22.04.2021 | TZM GmbH | News

„Wir übersetzen, damit die anderen sich verstehen können.“

Über die Rolle des Universal Medical Gateway bei der Vernetzung medizinischer Geräte sowie dem Transport und dem Übersetzen medizinischer Daten.

Im Fokus des Projekts AIQNET steht die Vision, ein digitales Ökosystem zu schaffen, das medizinische Daten sammelt, mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) analysiert, sinnvoll strukturiert und der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt zugänglich macht − unabhängig davon, welche Programme und Geräte verwendet werden
oder in welcher Klinik oder Praxis man sich befindet. Die TZM GmbH ist als Software- Dienstleister für Konnektivität und Cloud-Lösungen am Projekt beteiligt und vernetzt
mit seinem Produkt, dem Universal Medical Gateway (UMG), medizinische Geräte miteinander. Diana Schwarz-Dermann von der BioRegio STERN Management GmbH sprach mit Prof. Dr. Rainer Würslin, Senior Advisor, und Bastian Mazzoli, Solution Manager Medical Connectivity, von der TZM GmbH in Göppingen über das  Medizinprodukt UMG und ihre Teilnahme im Ökosystem AIQNET.

Universal Medical Gateway (UMG)

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Copyright: TZM GmbH

Es sieht so aus, als ob das UMG auch den Operationsalltag deutlich vereinfachen könnte. Bitte schildern Sie, wie der Einsatz Ihres Geräts in Zukunft noch erweitert werden könnte und wie AIQNET dabei helfen kann?

Bastian Mazzoli:
Ähnlich wie auf der Intensivstation könnte man auch im OP-Raum den Ablauf effizienter gestalten. Aktuell muss jedes Gerät individuell gesteuert werden. Für das Anästhesiegerät müssen Werte und die jeweilige Dosis eingegeben, bei der Infusionstechnik die Infusionsrate eingestellt werden. Daneben steht das Beatmungsgerät. Über den jeweiligen Monitor des Geräts lassen sich die Werte kontrollieren. Die Vernetzung der Geräte und die Zusammenführung auf einen zentralen Monitor, über den man alle Werte auslesen kann und der eine zentrale Steuerung ermöglicht, würde einen großen Mehrwert schaffen. So müsste man während der OP nicht mehr an jedes Gerät einzeln gehen. Da wir mit UMG in der Lage sind Daten in einer hohen Geschwindigkeit weiterzuleiten, kann auch die Datengeschwindigkeit zwischen verschiedenen OP-Geräten und - Instrumenten erhöht werden. Die Zusammenführung verschiedenster Geräte auf einen zentralen Monitor ist auch im Projekt AIQNET interessant. So können über die Plattform Geräte, die in den Kliniken stehen, aus der Ferne konfiguriert und neue Treiber gestartet werden.

Prof. Dr. Rainer Würslin:
Wir haben zu Beginn des Projekts AIQNET gemerkt, dass wir bei den Kliniken noch Überzeugungsarbeit leisten müssen, damit diese Ihre Gesundheitsdaten auch sammeln, denn dies liegt nicht im Fokus der Kliniken. Es ist völlig klar, dass die Patientenbehandlung stets Vorrang vor der Datenerfassung hat – jedoch kann man genau mit diesen Daten die Patentenversorgung wesentlich verbessern. Die Corona-Pandemie hat dem ganzen Thema nochmals Aufwind gegeben. Es werden vermehrt Daten erfasst, um Erkenntnisse über diese neue Krankheit zu erhalten. Auch für AIQNET wünschen wir uns noch etwas mehr Durchschlagskraft, damit es nicht bei einzelnen Leuchtturmprojekten bleibt. Die Offenheit der Kliniken, sich an solchen Vorhaben zu beteiligen, spielt hierbei eine wesentliche Rolle Ganz konkret stelle ich mir den OP der Zukunft so vor: Wenn während einer Operation die Daten von allen Geräten gesammelt werden, können diese durch KI mit alten OP-Daten verglichen werden. Der Arzt erhält dann während der OP Hinweise aus früheren Operationen und daraus abgeleitete Handlungsempfehlungen. Tipps für die Ärzte aus der Vergangenheit quasi. Die Vergangenheit stellt natürlich eine riesige Datenvielfalt dar, die man erstmal bewältigen muss. Die Menge an retrospektiven Daten muss mit neuen Daten kombiniert und daraus Empfehlungen abgeleitet werden. An der Entwicklung dieser „OP der Zukunft“ kann sowohl das UMG als auch AIQNET einen Beitrag leisten.

Welche Bedeutung messen Sie dem Medical Data Ecosystem AIQNET bei und warum ist es Ihnen wichtig, am Projekt teilzunehmen?

Prof. Dr. Rainer Würslin:
Es ist wichtig, dass die Digitalisierung auch vermehrt in die Kliniken Einzug hält. Auch im Bereich der Standardisierungen muss noch einiges vorangetrieben werden, damit es nicht einzelne Insellösungen gibt. Ein Austausch über AIQNET ist daher in meinen Augen ganz essentiell. Ich denke, es ist wichtig, dass mehrere Kliniken miteinander versuchen, Wege aufzuzeigen, wie Digitalisierung und eine gute Zusammenarbeit funktionieren können. Durch das digitale Ökosystem AIQNET erhalten wir Zugang zu Kliniken und einem Netzwerk an wichtigen Stakeholdern für unsere Firma. Zudem lernen wir Use Cases kennen und erfahren so, wo es Bedarf an Digitalisierung gibt und wo wir helfen können. Neben der Charité hatten wir noch weitere fruchtbare Kontakte über AIQNET mit Klinik und Industrie beispielsweise mit dem Innovation Center Computer Assisted Surgery (ICCAS) oder den Firmen Inomed Medizintechnik GmbH und Aesculap AG. Im TZM GmbH denken wir aber auch schon ein paar Jahre voraus. Aktuell planen wir ein UMG2, beispielsweise mit WLAN-Anschluss. Es gibt durchaus schon ein Lastenheft für so ein Zukunftsgerät. Daher sind wir froh über jeden Input, was so ein Gerät für die Zukunft benötigt. AIQNET ist für uns der Schritt durch die Tür zur Forschung und zu neuen Anwendungsfällen.

Weitere Informationen unter www.aiqnet.eu

Weitere Informationen erhatlen Sie unter: https://aiqnet.eu/ sowie im Pressebox Kanal https://www.pressebox.de/newsroom/aiqnet

Ansprechperson:

Anja Reutter
BioRegio STERN Managament GmbH
Projektleitung & Public Relations Management
reutter@bioregio-stern.de
T +49-711 870 354 23

Quelle:
BioRegio STERN Management GmbH