RehAllianCE Partnermeeting in Stuttgart - Projektarbeit in der Schlussphase: Auswertung, Vergleich und nächste Schritte
Am 14. und 15. April 2026 fand in Stuttgart das fünfte Partnertreffen des Interreg-Projekts RehAllianCE statt. Gastgeber war die BioRegio STERN Management GmbH. Das Treffen markiert einen späten Zeitpunkt im Projektverlauf: RehAllianCE läuft seit Mai 2024 und tritt nun in die Phase der systematischen Auswertung und strukturellen Aufbereitung der Projektergebnisse ein.
Die Projektpartner von RehAllianCE vor Ort in Stuttgart.
/ Copyright: Lara Tank/ BioRegio STERN Management GmbHHybrides Format unter geänderten Bedingungen
Aufgrund eines kurzfristigen Flugstreiks wurde das ursprünglich geplante Präsenztreffen in ein hybrides Format überführt.
Einige Projektpartner haben online teilgenommen.
/ Copyright: ProMISEin Teil der Partner – darunter die Pannon Business Network Association (Ungarn), die Carinthia University of Applied Sciences (Österreich) und BioRegio STERN (Deutschland) – war vor Ort, während weitere Organisationen digital zugeschaltet wurden, darunter der Lead Partner GAPR (Polen), NSBPROJECT Venezia sowie ProMIS (beide Italien). Das reduzierte Setting veränderte die Dynamik des Treffens, führte aber zugleich zu einem fokussierten Austausch entlang klar definierter Arbeitspakete.
Projektstand: Pilotphase abgeschlossen
Fast alle praktischen Projektbestandteile sind inzwischen umgesetzt. Dazu zählen eine transnationale Pilotstudie sowie fünf regionale Pilotprojekte („Living Labs“), die in unterschiedlichen Regionen verankert sind.
Im Zentrum des Treffens stand entsprechend nicht mehr die Durchführung, sondern die vergleichende Betrachtung der erhobenen Daten und Erfahrungen. Diskutiert wurden unter anderem:
- Unterschiede in den regulatorischen und strukturellen Rahmenbedingungen
- Übertragbarkeit einzelner Ansätze zwischen den beteiligten Regionen
- Anforderungen an die Integration neuer Technologien in bestehende Versorgungspfade
Transnationale Pilotstudie: KMU im Fokus
An der transnationalen Pilotstudie waren acht kleine und mittlere Unternehmen aus Mitteleuropa beteiligt. Die Projektpartner unterstützten diese insbesondere bei Validierungsprozessen sowie bei der Einordnung ihrer Technologien in bestehende Märkte.
Beteiligt waren unter anderem:
ACTIMI (Deutschland), DIGITALREHAB SRL, REHABILITY, GABEL S.R.L. und Morecognition (alle Italien), Pro-PLUS SA (Polen), GAMETHERAPY s.r.o. (Slowakei) sowie ilogs smartwear GmbH (Österreich).
Mit ACTIMI war ein Unternehmen aus der BioRegion STERN Teil der Pilotstudie vertreten.
Regionale Pilotprojekte: Unterschiedliche Versorgungsansätze
Die fünf Living Labs zeigen eine deutliche Bandbreite an Ansätzen, die jeweils stark durch nationale Rahmenbedingungen geprägt sind:
- Polen (GAPR): Integration robotergestützter Rehabilitation in bestehende Versorgungsstrukturen, ergänzt durch ein Gutscheinsystem und Monitoringansätze
- Ungarn (PBN): Erweiterung klassischer physiotherapeutischer Angebote durch physikalische Therapieformen wie Magnetfeld- und Laseranwendungen
- Österreich (CUAS): Modelle der Heimrehabilitation mit telemedizinischer Anbindung und kontinuierlicher Datenerhebung über Wearables
- Deutschland (BioRegio STERN): Sensorbasiertes Training im Bereich Beckenbodenrehabilitation mit Fokus auf Nutzungsakzeptanz und geschlechtsspezifische Aspekte
- Italien (NSBproject): Kombination aus Robotik, Virtual/Augmented Reality und Telerehabilitation im Kontext neurologischer Anwendungen
Gemeinsam ist den Ansätzen die Auseinandersetzung mit strukturellen Herausforderungen wie begrenzten personellen Ressourcen, steigender Nachfrage nach Rehabilitationsleistungen und heterogenen Zugangsbedingungen.
Aufbau eines digitalen Kompetenzzentrums
Ein wesentlicher Diskussionspunkt war die Konzeption des RehAllianCE Competence Centre. Geplant ist eine digitale Plattform, die verschiedene Inhalte und Werkzeuge bündelt – darunter Investment & Funding, Marktanalysen, regulatorische Informationen, Trainingsangebote sowie Formate für Vernetzung und Austausch. Dieses soll dazu dienen, Technologie-Entwickler und -Nutzer zusammenzubringen, um den Herausforderungen in der Rehabilitation (z.B. fehlendes Personal, steigender Bedarf, mangelnde Versorgung in der Fläche) innovativ zu begegnen.
Zum aktuellen Zeitpunkt liegt ein strukturelles Konzept vor, das in den kommenden Monaten weiter ausgearbeitet werden soll. Die Veröffentlichung ist bis Projektende vorgesehen. Im Fokus der Diskussion standen unter anderem:
- Zielgruppen und Nutzungsszenarien
- Abgrenzung zu bestehenden Plattformen
- Anforderungen an Aktualisierung und langfristigen Betrieb
Nächste Schritte bis Projektabschluss
Bis Oktober 2026 stehen die vergleichende Auswertung der Pilotaktivitäten sowie die Aufbereitung der Ergebnisse im Vordergrund. Dazu gehört auch die Frage, in welcher Form sich die im Projekt untersuchten Ansätze in andere Regionen übertragen lassen.
Das Treffen in Stuttgart diente damit weniger der Präsentation einzelner Ergebnisse als vielmehr der Einordnung und Strukturierung des bislang Erarbeiteten – ein Schritt, der für die abschließende Verwertung des Projekts zentral ist.
Eindrücke vom Partnermeeting – Programm in Stuttgart
Bei einer Führung durch die Stadtbibliothek Stuttgart.
/ Copyright: Olivia Magosch/ BioRegio STERN Management GmbHBei einer Führung durch die Stadtbibliothek Stuttgart.
/ Copyright: Olivia Magosch/ BioRegio STERN Management GmbHAuf dem Dach der Stadtbibliothek Stuttgart.
/ Copyright: Olivia Magosch/ BioRegio STERN Management GmbHBioRegio STERN Management GmbH