Förderung der Transformation einer ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft in der Medizintechnik
(MedTech Circular Solutions for a Resource-Efficient and Sustainable Future in NWE)
- Fokus auf Prozess- und Produktdesign bzw. Wiederverwendung von Rohstoffen im MedTech-Sektor
- Stärkung der Innovationskraft in Nordwesteuropa
- Abfallreduzierung und Förderung nachhaltiger Praktiken
- Entwicklung einer Strategie und eines Maßnahmenplans für eine nachhaltige Zukunft im MedTech-Sektor
- Aufzeigen des Potenzials nachhaltiger Ansätze durch Entwicklung einer „Toolbox“
Ziel
- Erarbeitung einer Strategie für Regionale Regierungen und eines Aktionsplans für BSOs/RDAs zur Förderung zirkulärer Übergänge im Med-Tech-Sektor, mit Umsetzung in mindestens 15 NWE Regionen
- Entwicklung einer Toolbox für KMUs, um die Transformation zu zirkulären Geschäftsmodellen zu unterstützen
- Validierung der Toolbox hinsichtlich der Anwendbarkeit im Rahmen von 8 Pilotprojekten in MedTech-KMUs zur Sicherstellung ihrer Relevanz und Wirkung
- Nachweis der Anwendbarkeit zirkulärer Praktiken durch Abfallreduktion von bis zu 50 %
- Kapazitätsaufbau: Schulungsprogramm für KMUs mit mindestens 126 teilnehmenden Organisationen
Projektlaufzeit und Förderung
Das Projekt hat eine Laufzeit von 42 Monaten und wird von Januar 2026 bis Juni 2029 umgesetzt. Das Gesamtbudget beträgt 4.050.425 Euro, wovon 2.430.255 Euro (60 %) durch einen EU-Zuschuss aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (ERDF) gefördert werden. Von den Gesamtmitteln fließen 349.850 Euro in die BioRegion STERN.
Rolle von BioRegio STERN
Die BioRegio STERN Management GmbH übernimmt im Projekt zentrale Aufgaben in mehreren Arbeitspaketen. Im Arbeitspaket 1, das auf die Stärkung des MedTech-Ökosystems durch Strategien, Aktionspläne und Tools für zirkuläre Praktiken abzielt, beteiligt sich BioRegio STERN an der Analyse bestehender Richtlinien und Regelwerke sowie aktueller Markttrends. Ziel ist es, regulatorische Chancen und Herausforderungen für die Umsetzung von Zirkularität im MedTech-Sektor zu identifizieren. Darüber hinaus wirkt BioRegio STERN an der Bewertung bestehender zirkulärer Praktiken mit, identifiziert Lücken und Verbesserungspotenziale und beteiligt sich an der Validierung vorgeschlagener Maßnahmen sowie an der Entwicklung erster Strategien und Aktionspläne.
Im Arbeitspaket 2, das sich mit Pilotprojekten für zirkuläre Praktiken im MedTech-Sektor in Nordwesteuropa beschäftigt, übernimmt BioRegio STERN die Leitung. Ein zentraler Bestandteil ist die gemeinsame Entwicklung der MEDI4Future Toolbox, die Unternehmen konkrete Instrumente für die zirkuläre Transformation im MedTech-Bereich bereitstellen soll. Dazu gehören auch klare Leitlinien und Auswahlkriterien für die teilnehmenden KMU. Zusätzlich organisiert BioRegio STERN einen Open Call, begleitet die Umsetzung von Pilotstudien mit ausgewählten MedTech-KMU und unterstützt die Bewertung der ökologischen Auswirkungen der angewandten zirkulären Praktiken. Ergänzend werden gezielte Marketingmaßnahmen entwickelt, um geeignete Unternehmen – insbesondere Hersteller von Einwegprodukten – für die Teilnahme zu gewinnen.
Im Arbeitspaket 3, das auf die Sicherstellung des Erfolgs und der langfristigen Nachhaltigkeit der entwickelten zirkulären Maßnahmen ausgerichtet ist, beteiligt sich BioRegio STERN an der Stärkung von KMU im Bereich Zirkularität, um die Anwendung der MEDI4Future Toolbox zu fördern. Darüber hinaus unterstützt die Organisation die Umsetzung eines transnationalen Trainingsprogramms in Nordwesteuropa, das der Kapazitätsbildung und der Verbreitung zirkulärer Praktiken dient. Ergänzend wirkt BioRegio STERN an Maßnahmen mit, die den langfristigen Einsatz sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung der Toolbox sicherstellen sollen.
Woraus ist das Projekt entstanden
Das Projekt entstand vor dem Hintergrund, dass der Gesundheitssektor in der EU jährlich rund 2,5 Mio. Tonnen Abfall erzeugt, von denen weniger als 10 % recycelt werden. Angesichts steigender gesellschaftlicher Erwartungen und Vorgaben wie dem EU Green Deal und der Corporate Sustainability Reporting Directive wächst der Druck, die Kreislaufwirtschaft im Gesundheitswesen zu stärken. Im MedTech-Sektor erschweren jedoch Anforderungen an Sterilität, Sicherheit und Zertifizierung die Umsetzung zirkulärer Lösungen. MEDI4Future wurde entwickelt, um diese Hürden zu überwinden und den Einsatz zirkulärer Ansätze bei Einwegprodukten (z. B. medizinische Handschuhe, Instrumente, Kittel) in zehn Regionen Nordwesteuropas und Italien zu fördern – durch die Zusammenarbeit hochspezialisierter MedTech-Cluster.
Bisherige Aktivitäten & Aussicht
- Erstellung und Genehmigung des Antrags
- Kick-Off Meeting geplant am 23.04. und 24.03.2026 in Breda (Niederlande)
- Entwicklung einer Strategie für regionale Regierungen und einen Aktionsplan für BSO/RDAs in mindestens 15 NWE-Regionen
- Entwicklung einer Toolbox, um zirkuläre Praktiken zu ermöglichen
- Acht Pilotprojekte zur Evaluierung und Verbesserung der Tollbox
- Schulungsprogramm mit 126 Teilnehmern zum Aufbau von Wissen rund um Zirkularität
Anwendungsfelder
Durch die Bekämpfung der segmentierten Struktur des Sektors und mit einem transnationalen Ansatz führt M4F einen modularen, skalierbaren Ansatz ein, der bestehende zirkuläre Lösungen an die regulatorischen Anforderungen des MedTech-Sektors anpasst. Dies ermöglicht es Stakeholdern, Nachhaltigkeitsmaßnahmen umzusetzen, ohne disruptive regulatorische Änderungen oder hohe Zertifizierungskosten.
Konsortium
11 Projektpartnern aus sechs Ländern: Niederlande, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien & Belgien
Projektpartner
- Projektleitung: Brabant Development Agency (Niederlande)
- InnovationQuarter (Niederlande)
- Regional Development Agency East Netherlands (Niederlande)
- Medicen Paris Region (Frankreich)
- ATLANPOLE (Frankreich)
- BioRegio STERN Management GmbH (Deutschland)
- BioLAGO (Deutschland)
- AxisBIC (Irland)
- Bioindustry Park Silvano Fumero S.p.A Società Benefit (Italien)
- University of Liege (Belgien)
- Atlantic Technological University (Irland)
Assoziierte Partner
- Health Care Without Harm Europe (Belgien)
- POLYMERIS (Frankreich)
- Technische Universiteit Delft (Niedelande)
- ADEME – Agence de la transition écologique (Frankreich)
- BG Klinik Tübingen (Deutschland)
- Council of European Biotech Regions (Belgien)
- Circonnect (Niederlande)
- Medical Delta (Niederlande)
- Universität Stuttgart, Institut für Medizingerätetechnik (Deutschland)