18.02.2010 | Pressemitteilung

Mehr Lebensqualität für Patienten mit chronischen Wunden

Die AgenoLab GmbH & Co. KG aus Stuttgart ist in den drei Jahren seit ihrer Gründung zu einem bedeutenden Dienstleister im Bereich Life Sciences und Biotechnologie geworden. Im Geschäftsbereich Zellkulturtechnik liegt der Fokus auf der Aufbereitung von Zellen, die Tierversuche weitgehend überflüssig machen können. Auf dem Gebiet der Regenerativen Medizin beschäftigt sich die AgenoLab GmbH mit der Züchtung von Hautzellen als Transplantat für Patienten mit Verbrennungen und chronischen Wunden sowie der Entwicklung von weiteren Zelltherapeutika. Das neueste Produkt ist ein innovatives Vollhauttransplantat zur Wundheilung, bei dem patienteneigene Zellen verwendet werden. Im Rahmen des im Aufbau befindlichen Anwenderzentrums für Regenerative Medizin in der Gesundheitsregion Neckar-Alb und Stuttgart, kurz: REGiNA, unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung, BMBF, den REGiNA-Partner AgenoLab. Zwei Projekte, darunter die Herstellung des Vollhauttransplantats werden mit knapp einer Million Euro gefördert.

Kosmetika, Salben, Chemikalien, Waschmittel und Medizinprodukte müssen, ehe sie auf den Markt kommen, auf ihre Hautverträglichkeit getestet werden. In dem 600 Quadratmeter großen GMP-Labor des 2007 gegründeten Stuttgarter Life-Science- und Biotechnologie-Unternehmens AgenoLab GmbH & Co. KG werden dreidimensionale Hautmodelle zu Testzwecken entwickelt. Der GMP-Qualitätsstandard, basierend auf modernster Technik und bestens ausgebildeten Mitarbeitern, gewährleistet größtmögliche Sicherheit und höchste Produktqualität. Die im Labor gezüchteten humanen Zellverbände bestehen aus der Unterhaut und einer mehrschichtigen Oberhaut mit Verhornungsschicht und sind geeignet, Tierversuche überflüssig zu machen. Um das benötigte Hautmodell aufzubauen, wird menschliche Haut, wie sie etwa bei Operationen anfällt, verwendet. Aus dem Gewebe werden Hautzellen entweder aus der Oberhaut oder der Unterhaut isoliert. Beide Varianten sind für kosmetische, pharmakologische, immunologische und molekularbiologische Untersuchungen gleichermaßen geeignet. »Als erstes Biotechnologie-Unternehmen in Deutschland haben wir mit dem xCELLigence Zellassay-System labelfreies Real-Time-Monitoring von Zellen (markierungsfreies Echtzeit-Testsystem) und Online-Messung biologischer Wirksamkeiten durchgeführt. Mit der neuesten Gerätegeneration können wir jetzt sogar die Wanderungseigenschaften von Zellen messen«, erklärt Forschungsleiter Dr. Andreas Emmendörffer. »Zur Unterstützung der innovativen Zellkulturtechnik stehen uns modernste molekularbiologische Analysemethoden zur Verfügung, beispielsweise zur Ermittlung des Gefährdungspotenzials von Substanzen, Rohstoffen und Inhaltsstoffen. Dadurch lässt sich die Zahl der Tierversuche reduzieren, was nicht nur aus ethischen Gründen erfreulich ist.« Dabei wird mit In-vitro-Zelltests beispielsweise die Verträglichkeit von Kosmetika, Pharmazeutika, Chemikalien und Medizinprodukten entsprechend der EU-Chemikalienverordnung REACH nachgewiesen.

Darüber hinaus verfügt das junge Unternehmen seit Ende 2008 über eine einlizenzierte Technologie für die Herstellung eines autologen, aus der intakten Haut des Patienten gezüchteten, Hauttransplantats namens KeraSeed. Auf der Basis dieser Technologie werden aus Biopsien Hautzellen in einem Fibrinkleber (physiologischer Zweikomponentenkleber biologischen Ursprungs) für die Transplantation zur Verfügung gestellt. Das Verfahren kommt unter anderem bei Verbrennungsopfern, in der plastischen Chirurgie und bei der Behandlung chronischer Wunden zum Einsatz. »Drei Millionen Bundesbürger leiden an chronischen Wunden, die trotz ursachenbezogener und konsequenter lokaler Therapie häufig keine Tendenz zur Heilung aufweisen. Unser Hauttransplantat kann helfen, die Wunden zu schließen und damit die Schmerzen zu lindern«, sagt Dr. Emmendörffer. Für dieses Produkt, so der Forschungsleiter, liegen die Daten einer multizentrischen Studie in der Phase IIb/III vor, die im Jahr 2007 veröffentlicht wurde. »Darüber hinaus verfügt AgenoLab über die Technologie zur Züchtung autologer Melanozyten für die Behandlung von Vitiligo, der Weißfleckenkrankheit.« Dabei werden patienteneigene gesunde Pigmentzellen aus einer kleinen, normal pigmentierten Hautprobe gewonnen, in Zellkulturschalen vermehrt und anschließend in die betroffenen »weißen« Areale transplantiert, wo sie Melanin produzieren und für eine normale Pigmentierung sorgen.

Im Rahmen des im Aufbau befindlichen Anwenderzentrums für Regenerative Medizin in der Gesundheitsregion Neckar-Alb und Stuttgart, kurz: REGiNA unterstützt das BMBF den REGiNA-Partner AgenoLab. Zwei Projekte, darunter die Herstellung eines Vollhauttransplantats werden mit 900.000 Euro gefördert. »Im Therapiebereich Haut- und Wundsystem erwarten wir durch neue Produkte wie das von AgenoLab enorm verbesserte Heilungschancen«, bestätigt Dr. Klaus Eichenberg, Geschäftsführer der BioRegio STERN Management GmbH. »Wichtig ist nun, dass solche innovativen Verfahren auch für Kassenpatienten verfügbar gemacht werden.«

(Foto: AgenoLab GmbH &, Co. KG)