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05/20/2010 | Press

Neue Spielregeln für die Biotech-Branche

Ernst & Young präsentiert detaillierte Zahlen, Fakten und Analysen zur Biotechnologie

Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young präsentierte am Mittwoch den Deutschen Biotechnologie-Report 2010 in den Räumen der Landesbank Baden-Württemberg in Stuttgart. Auf Einladung der BioRegio STERN Management GmbH und der LBBW Venture Capital GmbH nutzten viele Un-ternehmer die Chance, die Details und Analysen der jährlichen Branchenerhebung aus erster Hand zu erfahren.

Dr. Siegfried Bialojan, Executive Director und Head European Life Science Center der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft aus Mannheim, bot die erhofften Analysen und Prognosen zur Entwicklung der Biotechnologie: »Die Biotech-Branche behauptet sich robust in dieser Krisensituation.« Die Anzahl der Biotechnologie-Unternehmen und ihrer Beschäftigten sowie der Umsatz sind im Vergleich zum Vorjahr nahezu identisch geblieben. Lediglich die Ausgaben für Forschung und Entwicklung waren mit einem Minus von sechs Prozent rückläufig. Insgesamt gelten jedoch »Neue Spielregeln«, so der Titel des aktuellen Reports. Denn der Rückgang des Risikokapitals in der Biotech-Branche in Deutschland um fast 70 Prozent auf gerade noch 69 Millionen Euro und erneut kein einziger Börsengang, stellte Gründer und Unternehmer, aber auch Investoren vor neue Herausforderungen. Die Geschäftsführer zweier erfolgreicher Unternehmen aus der BioRegion STERN präsentierten den zahlreichen Zuhörern im vollbesetzten Kongressraum der Landesbank ihre Strategien. Jörg Groth, Geschäftsführer der Blessing Biotech GmbH aus Stuttgart, erläuterte, wie mit Biotechnologie in der Lebensmittelverarbeitung, gänzlich ohne eigene Forschung, Umsatz generiert wird. Das Unternehmen, das zur israelischen Frutarom Industries Ltd. gehört, produziert als Spin-out der mittelständischen Gewürzmüller GmbH Starterkulturen vor allem für die Lebensmittelindustrie. Rund 30 Prozent aller Frischwurst-Produkte in Deutschland enthalten Zusätze des Stuttgarter Biotech-Unternehmens, die der hygienisch einwandfreien Herstellung und der Absicherung gleich bleibender Qualität dienen. Dr. Dirk Biskup, Geschäftsführer der CeGaT GmbH, liefert seinen Kunden vor allem riesige Datenmengen: »Wir generieren pro Woche etwa vier Terabyte, unseren Kunden schicken wir oft ganze Festplatten zu.« Das Tübinger Unternehmen, das er gemeinsam mit seiner Frau Dr. Dr. Saskia Biskup gründete, hat sich auf DNA-Diagnostik im Hochdurchsatz spezialisiert. Im Auftrag von Ärzten sequenziert CeGaT unter anderem Gene, um aktuelle oder zukünftige Erkrankungen eines Patienten erkennen zu können. Darüber hinaus ist das Start-up in der Lage, komplette Genome zu sequenzieren, beispielsweise um Tumorgewebe mit gesundem Gewebe zu vergleichen und so die genetischen Ursachen einer Krankheit zu finden.

Die CeGaT GmbH mit ihren sieben Mitarbeitern funktioniert – ganz im Sinne von Dr. Bialojan – nach den »neuen Spielregeln« der Branche: Ohne Investoren aber mit einem tragfähigen Businessplan etabliert sich das Unternehmen mit seiner Technikplattform bei seinen Kunden bevor es weitere Schritte plant. »Die Zeiten der Träume, in denen ein Medikamentenentwickler durchfinanziert ist, sind vorbei«, glaubt Dr. Bialojan. Jetzt laute die Devise »Doing more with less«.

Dass mit der Biotechnologie nach wie vor – und wohl immer mehr – gerechnet werden muss, beweist die LBBW Venture Capital GmbH. »Seit fünf Jahren schwarze Zahlen, in sechs Jahren keine einzige Insolvenz mehr«, bringt Manfred Peter, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter Team Life Science die Situation auf den Punkt. Und Dr. Hanns Frohnmeyer, Head of Life Sciences im Bereich Equity Research Institutionals der Landesbank Baden-Württemberg ist sich sicher, dass Life Science-Aktien noch äußerst günstig bewertet sind: »Die Branche reift und braucht noch Zeit, aber ich bin optimistisch.« Quelle: BioRegio STERN Management GmbH

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