STEP4NAMs Partnertreffen in Tübingen: Wo Strategie auf Praxis trifft – und Training zur Anwendung wird
Zu Beginn einer intensiven Woche für die 3R-Community – unmittelbar vor der THE 3R LÄND Conference 2026 – wurde Tübingen zum Treffpunkt für einen besonderen Austausch: fokussiert, kollaborativ und mit klarem Blick nach vorn. Am 23. und 24. März 2026 kamen die Partner des STEP4NAMs-Projekts an der Universität Tübingen zu ihrem vierten Konsortialtreffen zusammen – gefolgt von der ersten persönlichen Sitzung des Strategic Advisory Board (SAB).
Es war mehr als ein routinemäßiges Projekttreffen. Vielmehr war es ein Moment, in dem verschiedene Arbeitsstränge zusammenliefen – und in dem der Übergang von der Vorbereitung zur Umsetzung sichtbar wurde.
Tag 1: Perspektiven bündeln – und Konkretes auf den Weg bringen
Der erste Tag stand ganz im Zeichen des Konsortiums. Projektpartner aus ganz Europa kamen zusammen, brachten ihre Expertise ein, berichteten über Fortschritte und diskutierten offene Fragen. Schnell wurde deutlich: STEP4NAMs hat einen Wendepunkt erreicht. Die Gespräche drehten sich nicht mehr primär um Konzepte oder Planung, sondern um Umsetzung, Koordination und Wirkung. Im Zentrum dieses Übergangs stand der Start des EDUCATE-Trainingsprogramms.
Nach Monaten der Entwicklung ging das Core-Modul am 23. März live. Erstmals wurde damit der Ansatz des Projekts zur Wissensvermittlung rund um New Approach Methodologies (NAMs) auch außerhalb des Konsortiums zugänglich. Das Ziel ist klar formuliert und zugleich ambitioniert: ein gemeinsames Verständnis von NAMs entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu schaffen – von KMU über Industrie und Forschung bis hin zu Behörden und Regulierungsinstitutionen.
Und dies ist erst der Anfang. Spezialisierte Module zu Technologien wie Organoiden, Organ-on-Chip-Systemen, digitalen Zwillingen und Simulationsansätzen folgen in Kürze.
Vom Lernen zur Anwendung: Der Blick auf ENABLE und APPLY
Was passiert nach dem Training?
Hier geht STEP4NAMs bewusst einen Schritt weiter als viele vergleichbare Initiativen. Das Treffen wurde genutzt, um die nächsten Projektphasen – ENABLE und APPLY – weiter zu schärfen, beide mit dem klaren Ziel, über reine Wissensvermittlung hinauszugehen.
ENABLE richtet sich an KMU, die das Training absolviert haben, und unterstützt sie bei der praktischen Umsetzung: mit Vor-Ort-Schulungen, individueller Beratung und konkreter Implementierungsunterstützung. Es geht nicht nur darum, NAMs zu verstehen, sondern sie tatsächlich anzuwenden.
APPLY führt diesen Ansatz konsequent weiter. Statt theoretischer Übungen arbeiten KMU gemeinsam mit Industriepartnern an realen Herausforderungen. Durch Mentoring, gezielte Trainings und kollaborative Entwicklungsprozesse werden Ideen unter realen Bedingungen getestet. Hier trifft Innovation auf Anwendung – und Ergebnisse rücken näher an den Markt.
Am Ende des ersten Tages war eine zentrale Botschaft klar: STEP4NAMs schafft einen durchgängigen Pfad – von Bewusstsein über Wissen hin zur praktischen Umsetzung.
Tag 2: Den Raum öffnen – und Perspektiven erweitern
Während der erste Tag der internen Abstimmung diente, wurde am zweiten Tag bewusst der Blick nach außen geöffnet. Die erste persönliche Sitzung des Strategic Advisory Board brachte externe Expertise aus ganz Europa und darüber hinaus zusammen. Die Expertinnen und Experten Milena Mennecozzi, Lena Smirnova, Francesca Pistollato, Mario Beilmann, Ronan MacLaughlin und Debby Weijers diskutierten gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie und NGOs die Ausrichtung des Projekts.
Das Format war bewusst interaktiv gestaltet. Statt klassischer Vorträge standen Diskussionen im Mittelpunkt – von offenen Gesprächsrunden bis hin zu kleineren World-Café-Sessions. Unterschiedliche Perspektiven trafen aufeinander: regulatorische Rahmenbedingungen, wissenschaftliche Innovation, industrielle Umsetzbarkeit und gesellschaftliche Erwartungen.
Dabei ging es nicht um einfache Antworten. Im Fokus standen reale Herausforderungen: regulatorische Unsicherheiten, begrenzte Anwendung in der Praxis und die Lücke zwischen technologischem Potenzial und tatsächlicher Nutzung. Genau hier wurde der Mehrwert des SAB deutlich: konkrete, erfahrungsbasierte Impulse, die direkt in die nächsten Projektschritte einfließen.
Ein gemeinsames Verständnis für das große Ganze
Ein weiterer zentraler Moment war die Vorstellung des STEP4NAMs-NAM-Reports. Dieser diente nicht nur als Projektergebnis, sondern als gemeinsame Grundlage für die Diskussionen.
Basierend auf umfangreicher Recherche und 45 Stakeholder-Interviews aus dem Jahr 2025 zeichnet der Bericht ein klares Bild: Während sich NAMs wissenschaftlich dynamisch entwickeln, verläuft ihre Anwendung in der Praxis bislang uneinheitlich. Herausforderungen wie regulatorische Komplexität, fragmentierte Infrastrukturen und ein begrenztes Bewusstsein bremsen die Umsetzung.
Gleichzeitig zeigt der Bericht, wo konkrete Chancen liegen – und an welchen Stellen gezielte Maßnahmen Wirkung entfalten können. Die Ergebnisse des Reports werden veröffentlicht – bleiben Sie also gespannt. Für Konsortium und SAB entstand damit ein gemeinsames Verständnis der Herausforderungen und der Rolle, die STEP4NAMs bei deren Bewältigung spielen kann.
Ausblick: Vom Momentum zur Wirkung
Mit dem Ende der zwei Tage blieb nicht nur ein Gefühl von Dynamik, sondern auch von Klarheit. Was in Tübingen besonders deutlich wurde, war nicht allein der Fortschritt des Projekts – sondern die Art und Weise, wie er erreicht wird: durch Zusammenarbeit, offenen Austausch und die Bereitschaft, bestehende Annahmen kritisch zu hinterfragen.
https://step4nams.nweurope.eu/blog/step4nams-news-215/step4nams-partner-meeting-in-tubingen-where-strategy-meets-practice-and-training-becomes-action-1747