19.07.2019 | News

Tübingen bei Exzellenzstrategie erfolgreich

Universität verteidigt Exzellenzstatus und wird bis 2026 gefördert

Die Universität Tübingen bleibt exzellent. Eine Kommission aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Vertreterinnen und Vertretern von Bund und Ländern hat am Freitag entschieden, dass Tübingen für weitere sieben Jahre den Status einer Exzellenzuniversität erhält und entsprechend finanziell gefördert wird. „Mit diesem hart erkämpften Erfolg ist die Grundlage gelegt, um Tübingen dauerhaft in der kleinen Gruppe der weltweit besten Universitäten zu etablieren“, sagte Rektor Professor Bernd Engler. Die finanzielle Förderung durch Bund und Länder eröffne die Möglichkeit, die Universität nicht nur in einzelnen Forschungsgebieten, sondern strukturell und in einer großen thematischen Breite weiterzuentwickeln.

„Die Welt wandelt sich derzeit rasch und die Wissenschaft macht da keine Ausnahme“, sagte Engler. „Genome Editing, Personalisierte Medizin, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sind hier nur einige Beispiele für Entwicklungen, deren Auswirkungen langfristig die Gesellschaft insgesamt verändern werden. Angesichts dieser Situation muss die Universität in der Lage sein, rascher als bisher auf die damit verbundenen Herausforderungen zu reagieren.“ Die Mittel aus der Exzellenzstrategie werde die Universität daher nutzen, um neue, vielversprechende Forschungsfelder an der Universität zu implementieren und flexibel auf Herausforderungen zu reagieren. Dazu würden unabhängige Nachwuchsforschungsgruppen und Tenure-Track-Professuren eingerichtet sowie das bewährte Instrument der „Exploration Funds“ eingesetzt. So könne die Universität junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit hohem Potenzial nach Tübingen holen beziehungsweise hier halten.

Engler sagte, zahlreiche der in der ersten Förderphase gestarteten Projekte und Initiativen hätten sich bewährt und würden daher fortgesetzt. Dazu zählten etwa das Athene-Programm für Wissenschaftlerinnen, die „Innovation Grants“ für junge Postdocs zur Förderung des Wissenstransfers oder auch die „Exploration Funds“ für Forscherinnen und Forscher in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Auch die Forschungsplattformen und die sogenannten Core Facilities wie QBiC, LISA+ und das eScience Center hätten sich bestens etabliert und blieben erhalten.

Die Universität werde mit den Mitteln aus der künftigen Exzellenzförderung aber auch eine Reihe neuer Projekte starten. Darunter seien zum Beispiel:

  • „Tübingen Structural Microscopy“ (TSM) wird als Core Facility in Zukunft die Kapazitäten der Universität Tübingen auf dem Gebiet der Elektronen- und Ionen-Mikroskopie bündeln. Einen Schwerpunkt der Arbeit wird der Einsatz modernster Untersuchungsverfahren auf der Mikro- und Nanoebene bilden.
  • Als neue Core Facility in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften wird das Methodenzentrum für empirische Forschung in erster Linie die Grundlagenforschung auf dem Gebiet quantitativer und qualitativer Methoden voranbringen. Das Zentrum wird zu interdisziplinären Methoden und neuen Techniken der Datenanalyse forschen und Lösungsansätze für unterschiedliche Modelle in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften sowie der Psychologie entwickeln, nicht zuletzt unter Einsatz von Techniken des Maschinellen Lernens.
  • Die Universität Tübingen wird ein College of Fellows für internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gründen und damit die Internationalisierung der Universität in Forschung und Lehre vorantreiben. Das College richtet sich insbesondere an internationale Postdoktoranden, die eine Chance erhalten, bis zu zwei Jahre lang in Tübingen an einem Projekt zu forschen und sich über Fachgrenzen hinweg auszutauschen. Während dieser Zeit werden die Fellows in das akademische Leben ihres gastgebenden Fachbereichs integriert und leisten auch Aufgaben in der Lehre.
  • Die Universität hat in den vergangenen Jahren ihre Aktivitäten in den Bereichen Innovation und Wissenstransfer erheblich ausgebaut. Beispielgebend dafür ist die Cyber Valley-Initiative, eine Kooperation von Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz. Aufbauend auf diesen Erfahrungen werden wir in der nächsten Förderphase ein universitäres Innovationszentrum gründen, in dem alle Start-up-Aktivitäten gebündelt werden. Forscherinnen und Forschern, die ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse zu neuen Dienstleistungen und Produkten weiterentwickeln wollen, wird hier eine Infrastruktur geboten.
  • Mit der Forschungsplattform „Global Encounters“ wird sich die Universität auch in den Geistes- und Sozialwissenschaften verstärkt auf globale Handlungsräume ausrichten. Aufbauend auf bereits bestehenden Forschungskooperationen wird die Plattform Forscherinnen und Forscher zusammenbringen, um die sozialen und kulturellen Auswirkungen von Globalisierung, Mobilität und Systemveränderungen im Bereich der Politik und Ökonomie zu untersuchen.
  • Die Universität will ihre Studierenden durch ein „Global Awareness Education Program“ ermutigen, sich stärker für die globalen Horizonte ihrer Studien und auch ihrer künftigen Arbeitswelt zu öffnen und interkulturelle Kompetenzen stärker zu entwickeln. Dazu wird die Universität die Zahl der fremdsprachigen Lehrveranstaltungen deutlich erhöhen und verstärkt auf globale Themen setzen. Das Kursangebot zu interkultureller Kompetenz und ökologischer Nachhaltigkeit werden wir ausweiten und das Angebot auch den Beschäftigten zugänglich machen.

Der Rektor betonte, die Exzellenzentscheidung werde positive Auswirkungen auf die gesamte Region haben: „Universitäten sind im 21. Jahrhundert die Motoren der wirtschaftlichen Entwicklung.“ Mit dem Erfolg Tübingens im Exzellenzwettbewerb sei die Region in einer hervorragenden Position, um die demographischen und wirtschaftlichen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte meistern zu können.

Engler dankte allen, die in den vergangenen drei Jahren an der erfolgreichen Exzellenzbewerbung mitgewirkt haben. „Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, nicht zuletzt aber auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Forschungsdezernat haben eine enorme Leistung vollbracht und sich weit über das Selbstverständliche hinaus für das große Ziel engagiert“, sagte der Rektor. „Darüber hinaus gilt unser Dank unserem International Advisory Board und unserem weltweiten Netzwerk aus Hochschulexpertinnen und -experten, die uns auf diesem langen Weg zur Exzellenz mit ihrem Rat zur Seite gestanden haben.“ Sie alle hätten sich um die Universität Tübingen verdient gemacht.

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