Dünger aus heimischen Ressourcen anstatt fossiler Energie

Die Kosten für Mineraldünger steigen. An alternativen Herstellungswegen arbeitet das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB: Forschende haben verschiedene Verfahren entwickelt und im Pilotmaßstab demonstriert, um Nährstoffe aus regional verfügbaren Reststoffströmen zurückzugewinnen. Aus Gärresten, Gülle und Abwasser lassen sich damit direkt einsetzbare Düngemittel gewinnen, wie das Institut auf der IFAT Anfang Mai in München zeigt. Der Kreislaufansatz stärkt die Versorgungssicherheit, schützt Gewässer und das Klima.

Der Krieg im Iran führt nicht nur zu höheren Kosten für Sprit und Kerosin. Auch die Preise für Düngemittel sind bereits um bis zu 30 Prozent gestiegen, was sich in absehbarer Zeit auf die Lebensmittelpreise auswirken wird. Denn nicht nur Gas und Öl, sondern auch annähernd 30 Prozent aller weltweit gehandelten stickstoff- und phosphorhaltigen Mineraldünger werden über die Straße von Hormus verschifft. Stickstoffhaltige Kunstdünger wie Ammoniak und daraus hergestellter Harnstoff werden in den Golfstaaten mithilfe von Erdgas produziert. Hierbei wird molekularer Luft-Stickstoff (N2) unter hohem Druck und bei hohen Temperaturen zu Ammoniak (NH3) umgewandelt.

Dass Düngemittel auch ohne fossile Energieträger hergestellt werden können, zeigt das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB vom 4. bis 7. Mai auf der IFAT in München. Forschende untersuchen hierzu, wie sich Stickstoff und Phosphor aus nährstoffreichen Reststoffströmen zurückgewinnen lassen. In unterschiedlichsten Projekten wurden verschiedene Verfahren entwickelt, um die wichtigen Mineralsalze aus Gülle, Gärresten oder Abwasser als direkt einsetzbare Düngemittel zu recyceln.

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Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB
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Quelle:
https://www.igb.fraunhofer.de/de/presse-medien/presseinformationen/2026/duenger-aus-heimischen-ressourcen-anstatt-fossiler-energie.html