Meldefrist 16.04.2020 | Ausschreibung

Vorkommen von Spurenstoffen, Krankheitserregern und antimikrobiell resistenten Bakterien im Wasserkreislauf und deren Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit

innerhalb des ERA-Net Cofund „AquaticPollutants“

Neuartige anthropogene Spurenstoffe kommen in vielfältigen Anwendungen zum Einsatz und werden zunehmend in limnischen und marinen Gewässern nachgewiesen. Die Erkenntnis über ihr Vorkommen ist nicht zwangsläufig auf einen steigenden Eintrag, sondern auch auf empfindlichere analytische Methoden zurückzuführen. Die Entwicklung neuer Messmethoden wird deshalb dazu führen, dass weitere Stoffe in der aquatischen Umwelt nachgewiesen werden können.

Parallel dazu hat sich die Vielfalt und das Anwendungsspektrum von Spurenstoffen stark erweitert, was mit einer erhöhten Produktion dieser Stoffe einhergeht. Viele dieser Stoffe sind schlecht abbaubar und weisen ein hohes Bioakkumulationspotenzial auf, sodass sie lange in der aquatischen Umwelt verbleiben oder sich dort gegebenenfalls anreichern.

Pathogene Keime (Krankheitserreger) werden ebenfalls häufiger in limnischen und marinen Gewässern nachgewiesen. Ursachen können sowohl klimatische als auch demografische Veränderungen sein. Es wird davon ausgegangen, dass durch den Eintrag anthropogener Spurenstoffe auch die Vermehrung pathogener Keime gefördert werden kann – u. a. durch die Bildung von Resistenzen (z. B. gegenüber Antibiotika).

Der Kenntnisstand über die Wechselwirkungen zwischen anthropogenen Spurenstoffen und Krankheitserregern in limnischen und marinen Gewässern, deren Einfluss auf aquatische Lebensgemeinschaften sowie den daraus resultierenden Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit sind bisher nur unzureichend erforscht. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) beabsichtigt daher, im Rahmen der relevanten Forschungsprogramme die Erforschung der Verbreitung neuartiger Spurenstoffe sowie Krankheitserreger und deren Auswirkungen auf die aquatischen Lebensgemeinschaften und die menschliche Gesundheit sowie die Entwicklung entsprechender Vermeidungs- und Risikomanagementstrategien zu fördern.

 

Gegenstand der Förderung:
 

 

In limnischen und marinen Ökosystemen ist das Auftreten von neuen, anthropogenen Spurenstoffen sowie Krankheitserregern und antimikrobiell resistenten Bakterien zu beobachten. Die Auswirkungen dieser Kontaminanten im Einzelnen und in ihrer Wechselwirkung auf die aquatischen Ökosysteme und die menschliche Gesundheit sind nur unzureichend erforscht. Die Förderung innerhalb des ERA-Net Cofund hat daher zum Ziel:

  • ein integriertes Risikomanagement zu etablieren, das neu auftretende Spurenstoffe, Krankheitserreger und antimikrobiell resistente Bakterien von der Quelle bis zur Senke zusammenfasst,
  • die Ausbreitung von neu auftretenden Spurenstoffen, Krankheitserregern und antimikrobiell resistenten Bakterien aus verschiedensten Quellen (z. B. städtische Gebiete, Landwirtschaft) zu analysieren, die zu Auswirkungen und Risiken auf aquatische Ökosysteme und die menschliche Gesundheit führen,
  • die Veränderung der neu auftretenden Spurenstoffe und Krankheitserreger beim Eintritt in die verschiedenen aquatischen Ökosysteme und bei der Anreicherung in der Nahrungskette zu beschreiben,
  • die Technologien (einschließlich digitaler Technologien) zur Reduzierung von neu auftretenden Spurenstoffen und Krankheitserregern an den Quellen und Senken zu verbessern,
  • innovative Methoden und Instrumente zu entwickeln/integrieren, die den politischen Entscheidungsträgern ermöglichen, wirksame Strategien und effiziente Vorschriften aufzusetzen.

Vor diesem Hintergrund werden Projekte gefördert, die einen interdisziplinären, transnationalen Ansatz verfolgen und inhaltlich einen der nachfolgend genannten Schwerpunkte adressieren:

  1. Schwerpunkt 1 − Umweltverhalten von neu auftretenden Spurenstoffen, Krankheitserregern und antimikrobiell resistenten Bakterien in aquatischen Ökosystemen („Messung“)
  2. Schwerpunkt 2 − Risikobewertung und Management von neu auftretenden Spurenstoffen, Krankheitserregern und antimikrobiell resistenten Bakterien in aquatischen Ökosystemen für die menschliche Gesundheit sowie die Umwelt („Evaluierung“)
  3. Schwerpunkt 3 − Strategien zur Reduzierung neu auftretender Spurenstoffe, Krankheitserreger und antimikrobiell resistenter Bakterien in aquatischen Ökosystemen („Maßnahmen ergreifen“)
  4. Schwerpunkt 4 – Wissenschaftliches Netzwerk- und Transfer-Projekt („Transfer und Verwertung“)

 

Zuwendungsempfänger:
 

Antragsberechtigt sind Hochschulen und außerhochschulische Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft. Zum Zeitpunkt der Auszahlung einer gewährten Zuwendung wird das Vorhandensein einer Betriebsstätte oder Niederlassung (Unternehmen) bzw. einer sonstigen Einrichtung in Deutschland, die der Tätigkeit des Zuwendungsempfängers dient (Hochschule, Forschungseinrichtung), verlangt.

 

Besondere Zuwendungsvoraussetzungen:

Der integrative und interdisziplinäre Ansatz der Forschungsthemen bei BMBF-Projekten erfordert die Bearbeitung der aufgeworfenen Forschungsthemen in Verbundprojekten. Unter dieser Prämisse wird eine Verbundbildung zur kooperativen und interdisziplinären Bearbeitung der in Nummer 2 aufgeführten vier förderfähigen Schwerpunkte mit den transnationalen Partnern erwartet. Bei anwendungsorientierten Projekten soll insbesondere der Know-how-Transfer von der Wissenschaft in die Anwendung gefördert werden. Dazu ist eine aktive Beteiligung von Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft erforderlich. Potenzielle Anwender (z. B. Behörden, Gemeinden, Endnutzer) sind frühzeitig in den Entwicklungsprozess einzubeziehen.

 

Weitere Informationen

Meldefrist: 16. April 2020, 17:00 MESZ

Weitere Informationen:

https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-2903.html

https://aquaticpollutants.ptj.de

 

Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme hat das BMBF derzeit folgenden Projektträger beauftragt:

Projektträger Jülich (PtJ)
Forschungszentrum Jülich GmbH
52425 Jülich

Kontakt:

Projektträgerschaft Ressourcen und Nachhaltigkeit (PTRN)
Frau Stefanie Pietsch – insbesondere für Projektskizzen zum Wassermanagement
Geschäftsbereich PtJ-UMW

0 30/2 01 99-31 52
s.pietsch@fz-juelich.de

 

Herr Dr. Christian Stolle – insbesondere für Projektskizzen zur marinen Umwelt
Geschäftsbereich PtJ-MGS

03 81/2 03 56-2 75
c.stolle@fz-juelich.de