Meldefrist 20.01.2021 | Ausschreibung

Richtlinie zur Förderung von Forschungsverbünden zur Prävention von Darmkrebs in jüngeren und künftigen Generationen

Krebs ist die zweithäufigste krankheitsbedingte Todesursache und die Krankheit, die den Menschen in Deutschland am meisten Angst bereitet. Eine der wichtigsten Aufgaben der Krebsforschung ist es, gezieltere und wirksamere Strategien in Prävention, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen zu erforschen und zu entwickeln. 

Förderziel:

Um die zahlreichen vielversprechenden Entwicklungen in der Krebsforschung in ihrer hohen Dynamik aufzugreifen und die Forschung auf die Ansätze mit dem größten Potenzial zu fokussieren, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit weiteren Partnern die Nationale Dekade gegen Krebs ausgerufen (www.Dekade-gegen-Krebs.de). Der beste Weg in der Krebsbekämpfung ist es jedoch, Erkrankungen gar nicht erst entstehen zu lassen, oder möglichst früh zu erkennen. Die Prävention ist deshalb einer der zentralen Schwerpunkte in der Dekade.

Diese Fördermaßnahme zielt darauf ab, rasche Fortschritte in Ursachenforschung, Gesunderhaltung, Früherkennung und Nachsorge bei jungen Menschen mit Darmkrebs zu erreichen. Hierzu werden Forschungsverbünde gefördert, die bundesweit Kapazitäten in der Forschung bündeln und zielorientiert eine interdisziplinäre wissenschaftliche Bearbeitung der Themenbereiche ermöglichen.
 

Gegenstand der Förderung:

Interdisziplinäre Forschungsverbünde

Um die Vielfalt der unterschiedlichen Problemstellungen des Phänomens des Darmkrebses bei immer jüngeren Menschen adäquat anzusprechen, werden interdisziplinäre Verbünde zu folgenden Themenbereichen gefördert:

  • Ursächliche Forschung zu den molekularbiologischen, lebenswelt- und verhaltensbezogenen Hintergründen der ansteigenden Häufigkeit von Darmkrebs bei jüngeren Menschen;
  • Entwicklung und Testung geeigneter Vorgehensweisen in der Sekundärprävention von Darmkrebs, insbesondere risikoadaptierte Früherkennungs-Verfahren, einschließlich Konzepte der Kommunikation für „Junge Erwachsene“, Ärztinnen und Ärzte und weitere relevante Akteure im Bereich der Gesundheitsvorsorge;
  • Forschung zur Tertiärprävention von Darmkrebs, z. B. zu prognostisch relevanten Faktoren bei jüngeren Patientinnen und Patienten, zur Bedeutung der Erkrankung im jüngeren Alter für Rehabilitation und Berufsbiographien oder zur langfristigen Lebensqualität nach einer Erkrankung in jüngerem Alter.

Die Arbeit in jedem Verbund muss auf jeweils gemeinsam festgelegte Ziele, Fragestellungen und einen gemeinsamen Forschungsgegenstand fokussieren. In den Verbünden können sich Arbeitsgruppen aus universitären, außeruniversitären und ggf. industriellen Forschungseinrichtungen auf regionaler oder überregionaler Ebene zusammenschließen. Die Forschung in den einzelnen Verbünden soll alle für die jeweils gewählten Fragestellungen relevanten Fachdis­ziplinen aus Medizin, Natur-, Gesundheits- bzw. Gesellschaftswissenschaften beteiligen. Methoden und disziplinäre Beiträge sollen gemeinsam festgelegt und die Ergebnisse zu einer Synthese vereint werden. Die Verbünde benötigen ein überzeugendes organisatorisches Konzept für die geplante Kommunikation und Koordination der verbundinternen Zusammenarbeit. Das Konzept soll auch Elemente der verbundinternen Fortschrittskontrolle enthalten und eine aktive Selbststeuerung des Verbundes ermöglichen.

Im Rahmen der geplanten Verbundprojekte können neue Daten erhoben und neue Biomaterialien gewonnen werden. Wo immer möglich, ist jedoch die gezielte Nutzung etablierter Strukturen sowie existierender Datensätze, Patientenregister, Kohorten und Materialsammlungen für die Bearbeitung der Forschungsfragen vorzusehen.
 

Kooperation zwischen den Forschungsverbünden

Im Rahmen dieser Fördermaßnahme soll die Zusammenarbeit zwischen den Forschungsverbünden durch die Förderung verbundübergreifender Aktivitäten unterstützt werden. Hier sind beispielsweise folgende Maßnahmen denkbar:

  • Entwicklung von Aktivitäten zur gemeinsamen, verbundübergreifenden Nutzung von Ressourcen, z. B. Patienten-Kohorten,
  • Durchführung verbundübergreifender Workshops, z. B. zur Qualitätssicherung oder zur Standardisierung bzw. ­Harmonisierung,
  • Maßnahmen zur zielgruppengerechten Aufbereitung und Verbreitung der Forschungsergebnisse und zur gemeinsamen Fachkommunikation,
  • Kooperation mit einschlägigen nationalen und internationalen Aktivitäten zur Thematik aus Forschung, Gesundheitswesen, Patienten- und Bürgerschaft.

Zur Ausgestaltung der verbundübergreifenden Aktivitäten sollen sich die Verbünde nach Förderbeginn in einer ­Arbeitsgemeinschaft organisieren und gemeinsame Ziele und Maßnahmen definieren. Hierzu können zu späteren Zeitpunkten zusätzliche Fördermittel beantragt werden.
 

Zuwendungsempfänger

Antragsberechtigt sind staatliche und staatlich anerkannte Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft. Zum Zeitpunkt der Auszahlung einer gewährten Zuwendung wird das Vorhandensein einer Betriebsstätte oder Niederlassung (Unternehmen) bzw. einer sonstigen Einrichtung, die der Tätigkeit des Zuwendungsempfängers dient (staatliche und staatlich anerkannte Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen) in Deutschland verlangt.

Kleine und mittlere Unternehmen oder „KMU“ im Sinne dieser Förderrichtlinie sind Unternehmen, die die Voraussetzungen der KMU-Definition der EU erfüllen (vgl. Anhang I der AGVO bzw. Empfehlung der Kommission vom 6. Mai 2003 betreffend die Definition der Kleinstunternehmen sowie der kleineren und mittleren Unternehmen, bekannt ­gegeben unter Aktenzeichen K (2003) 1422 (2003/361/EG)).

Forschungseinrichtungen, die von Bund und/oder Ländern grundfinanziert werden, kann neben ihrer institutionellen Förderung nur unter bestimmten Voraussetzungen eine Projektförderung für ihre zusätzlichen projektbedingten Ausgaben beziehungsweise Kosten bewilligt werden.
 

Besondere Zuwendungsvoraussetzungen

Es gelten besondere Zuwendungsvoraussetzungen in den Bereichen:

  • Vorleistungen
  • Zusammenarbeit
  • wissenschaftliche Standards
  • Qualität der angewendeten Methoden
  • Partizipation
  • Berücksichtigung von Gender-Aspekten
  • Zugänglichkeit und langfristige Sicherung von Forschungsdaten und -ergebnissen
  • Verwertungs- und Nutzungsmöglichkeiten

Detaillierte Informationen zu den genannten Punkten erhalten Sie in der unten verlinkten Bekanntmachung des BMBF.
 

Art und Umfang, Höhe der Zuwendung

Die Verbünde können in der Regel für einen Zeitraum von bis zu insgesamt acht Jahren gefördert werden. Zunächst wird die Förderung jedoch auf in der Regel vier Jahre befristet. Nach ca. dreieinhalb Jahren werden die Verbünde einer Zwischenevaluation unterzogen. Nach der Zwischenevaluation wird über eine mögliche Weiterförderung entschieden.

Zuwendungsfähig für Antragstellende außerhalb der gewerblichen Wirtschaft sind der vorhabenbedingte Mehraufwand, wie Personal-, Sach- und Reisemittel sowie in begründeten Ausnahmefällen projektbezogene Investitionen, die nicht der Grundausstattung des oder der Antragstellenden zuzurechnen sind.

Daneben sind unter anderem Aufwendungen für die folgenden Punkte zuwendungsfähig:

  • Koordination und Qualitätssicherung auf der Ebene einzelner Verbünde;
  • Finanzierung von Ersatzpersonal für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Klinik, die voll oder anteilig für eine befristete Zeit von ihren Routineaufgaben in der Versorgung für die Forschung freigestellt werden sollen;
  • Fördermittel zur Beteiligung von Patientinnen und Patienten sowie weiterer Interessengruppen im gesamten Projektablauf;
  • Publikationsgebühren, die für die Open-Access-Publikation der Vorhabenergebnisse während der Laufzeit des Vorhabens entstehen;
  • Aufbereitung von projektspezifischen Forschungsdaten während der Laufzeit des Vorhabens für eine Nachnutzung durch andere Wissenschaftler (Open Data);
  • Infrastruktur- und Personalkosten während der Laufzeit der Förderung für die datenschutzkonforme Herausgabe der Daten sowie für die Überführung in existierende Dateninfrastrukturen.

Weitere Informationen

Meldefrist: 20.01.2021

Weitere Informationen:
 

Bekanntmachung des BMBF: Förderung von Forschungsverbünden zur Prävention von Darmkrebs in jüngeren und künftigen Generationen

Kontakt:


DLR Projektträger
– Bereich Gesundheit –
Heinrich-Konen-Straße 1
53227 Bonn

Tel.: 0228/3821-1210
Fax: 0228/3821-1257
www.gesundheitsforschung-bmbf.de

Dr. Matthias von Witsch
0228/3821-1209
matthias.vonwitsch@dlr.de

Dr. Roland Bornheim
0228/3821-1785
roland.bornheim@dlr.de