Interdisziplinäre Forschungsverbünde zu muskuloskelettalen Erkrankungen

Interdisziplinäre Forschungsverbünde zu muskuloskelettalen Erkrankungen

Weltweit sind muskuloskelettale Erkrankungen eine der wichtigsten Ursachen für chronische Schmerzen, körperliche Funktionseinschränkungen und den Verlust von Lebensqualität. In Deutschland gehören sie zu den zehn häufigsten Erkrankungen und verursachen hohe volkswirtschaftliche Kosten, z. B. durch Aufwendungen für krankheitsspezifische Behandlungen, Arbeitsunfähigkeit oder Frühberentung. Zudem stellen diese weit verbreiteten Erkrankungen und die damit verbundenen Komorbiditäten eine hohe psychosoziale Belastung für die Betroffenen und ihre Angehörigen dar. Aufgrund des demographischen Wandels wird die hohe gesundheitspolitische und gesellschaftliche Bedeutung noch wachsen.

Um der großen Bedeutung dieser Krankheitsgruppe Rechnung zu tragen, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ein nationales Forschungsnetz zu muskuloskelettalen Erkrankungen etabliert. Angesichts des Stands von Wissenschaft und Forschung in diesem Bereich sind weitere Forschungsanstrengungen notwendig, um die Entwicklung verbesserter Ansätze zur Behandlung muskuloskelettaler Erkrankungen voranzutreiben. Dabei geht es insbesondere darum, die interdisziplinäre Forschung zu Querschnittsthemen zu intensivieren, die verschiedene muskuloskelettale Krankheitsbilder gemeinsam betreffen und neue Forschungs- und Behandlungsansätze ermög-lichen. Dadurch soll die Translation der Forschungsergebnisse in die Praxis weiter beschleunigt und letztlich die Gesundheitsversorgung bei muskuloskelettalen Erkrankungen verbessert werden.

Mit dieser Fördermaßnahme leistet das BMBF einen Beitrag zur Ausgestaltung des Rahmenprogramms Gesundheitsforschung der Bundesregierung.

Es soll eine begrenzte Anzahl interdisziplinärer Verbundprojekte gefördert werden, in denen sich Arbeitsgruppen aus universitären, außeruniversitären und gegebenenfalls industriellen Forschungseinrichtungen auf regionaler oder überregionaler Ebene zusammenschließen. Ein Verbund soll in der Regel nicht mehr als fünf bis acht Teilprojekte umfassen. Die Forschungsprojekte eines Verbunds müssen einen gemeinsamen inhaltlichen und/oder methodischen Fokus aufweisen. Die Verbundbildung darf sich dabei nicht an einzelnen muskuloskelettalen Erkrankungen orientieren, sondern an Querschnittsthemen, die verschiedene muskuloskelettale Krankheitsbilder gemeinsam betreffen und deren inter­disziplinäre Bearbeitung neuen Erkenntnisgewinn verspricht.

Ein maßgebliches Ziel der zu etablierenden interdisziplinären Forschungsverbünde ist die Disziplinen-übergreifende Bündelung aller notwendigen Kompetenzen zur gemeinsamen Erforschung dieser krankheitsübergreifenden Forschungsfragen.

Gefördert werden können beispielsweise Forschungsansätze zu folgenden Themen:

  • Erforschung gemeinsamer Pathomechanismen, z. B. im Zusammenhang mit Immunsystem und Entzündung, Schmerz oder Biomechanik;
  • neue Techniken und Methoden der Diagnostik (z. B. Bildgebungsverfahren) und Therapie unter besonderer Berücksichtigung personalisierter Stratifizierungswerkzeuge und Behandlungsansätze;
  • innovative regenerative Therapieansätze unter Einbezug von Biomaterialien zur Knochenheilung und Bindegewebsaufbau;
  • Erforschung der Zusammenhänge von muskuloskelettalen Erkrankungen mit bestehenden Komorbiditäten wie Adipositas, Metabolisches Syndrom, Diabetes mellitus und deren Integration in ganzheitliche Therapieansätze;
  • neue Ansätze in der Versorgungsforschung unter Berücksichtigung von „big data“ und digitalen Anwendungen auf Populationsebene (z. B. Körpersensoren und Wearables).

Antragsberechtigt sind staatliche und staatlich anerkannte Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft. Zum Zeitpunkt der Auszahlung einer gewährten Zuwendung wird das Vorhandensein einer Betriebsstätte oder Niederlassung (Unternehmen) bzw. einer sonstigen Einrichtung, die der Tätigkeit des Zuwendungsempfängers dient (staatliche und staatlich anerkannte Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen), in Deutschland verlangt.
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Sinne dieser Förderrichtlinie sind Unternehmen, die die Voraussetzungen der KMU-Definition der EU erfüllen.

In der ersten Verfahrensstufe sind dem Projektträger bis spätestens 11. April 2019 zunächst Projektskizzen in schriftlicher und/oder elektronischer Form vorzulegen.

Meldefrist

DLR Projektträger
− Gesundheit −
Heinrich-Konen-Straße 1
53227 Bonn

Ansprechpersonen sind:
Frau Dr. Kristina Foterek
Telefon: 02 28/38 21-11 61
E-Mail: kristina.foterek [at] dlr.de

Frau Dr. Friederike Bathe
Telefon: 02 28/38 21-12 25
E-Mail: friederike.bathe [at] dlr.de

BMBF Förderung: muskuloskelettalen Erkrankungen