10.02.2006 | News

Ökoservice GmbH - Der Spezialist für biologische Abwasserreinigung

Seit 1984 entwickelt und vermarktet die Denkendorfer Ökoservice GmbH innovative Kleinkläranlagen. Das biologische Reinigungsverfahren wurde so weit optimiert, dass es mit geringstem Platzbedarf Abwässer klärt und besonders effektiv Phosphate und Stickstoff eliminiert.

Die Ökoservice GmbH ist der beste Beweis dafür, wie sich Pionier- und Tüftlergeist den Erfolg bahnt. Jürgen Zink, der technische Leiter des regen Unternehmens, hat 43 Jahre Erfahrung mit der Abwassertechnik, die er immer wieder in neue und verbesserte Entwicklungen mit einbringt.
Nomen est omen: 2005 erhielt das aktuelle Topmodell »BioTopp« den Anerkennungspreis im Rahmen des Innovationspreises vom Landkreis Esslingen. Dank der hier eingesetzten Technologien können sich Kleinkläranlagen jetzt durchaus mit kommunalen Anlagen messen, schneiden beim Vergleich sogar in mancher Hinsicht besser ab. BioTopp ist ein vollbiologisches Klärsystem mit zwei Kammern, in denen sich dank eines ausgefeilten Belüftungssystems dreimal mehr Biomasse tummelt als in herkömmlichen Anlagen.
Das Abwasser gelangt ohne mechanische Vorreinigung in die erste Kammer und wird dort aufkonzentriert, nur der Überstand fließt in die zweite Kammer. Durch die hohe Biomasse-Konzentration in der ersten Kammer können die Bakterien dort einen Großteil der Phosphatfracht aufnehmen und es kommt es zu einer effektiven Denitrifikation. Phoshate und Stickstoff können dadurch um etwa 90 Prozent reduziert werden. Die Qualität des gereinigten Abwassers ist so hoch, dass es nach einer Desinfektion - etwa durch UV-Behandlung - für die Toilettenspülung oder als Gießwasser für den Garten verwendet werden kann.

Alles geklärt - Abwasser und Entsorgungsprobleme

Auch die Hinterlassenschaft überrascht positiv: Es bleibt kein Fäkalschlamm zurück, der aufwändig und teuer abgefahren werden muss, sondern stabilisierter Schlamm, der wegen seines hohen Phosphat- und Stickstoff-Gehalts direkt als Dünger eingesetzt oder zu geruchsfreien Fladen getrocknet werden kann. Bei der im Einfamilienhaus üblichen Abwassermenge würde etwa ein Quadratmeter Fladen anfallen - pro Jahr!
Abgestimmt auf die Kleinkläranlagen bietet Ökoservice Vererdungssysteme an. Kies, Sand und Schilfpflanzen sind die Zutaten im Vererdungsbecken, in dem das Wasser-Schlamm-Gemisch aus der zweiten Kammer allmählich in getrocknete Klärschlammerde mit hohem Düngewert umgewandelt wird. Diese kann wie Kompost ausgebracht werden. Das Sickerwasser des entwässerten Schlamms fließt für einen weiteren Kreislauf in die erste Kammer zurück. Durch das integrierte Vererdungssystem kann die Kleinkläranlage völlig abfallfrei betrieben werden.
Überzeugend gering ist die Anlagengröße: Für die Abwasserklärung eines Einfamilienhauses reicht eine BioTopp-Anlage mit nur 2,5 Kubikmeter Inhalt - eine Größe, die wegen der kompakten Bauweise praktisch überall eingegraben werden kann. Ökoservice will aber nicht nur den Kleinkläranlagen-Markt erobern, sondern bietet seine Systeme auch für Gemeinschaftsanlagen wie Hotels, Gehöfte oder eben kleine Kommunen an.
Das BioTopp-Verfahren eignet sich auch zur Nachrüstung bestehender zentraler und dezentraler Anlagen. Zirka 2,5 Millionen Kleinkläranlagen gibt es in Deutschland, von denen ein Großteil wegen mangelhafter Reinigungsleistung reif zur Umrüstung ist. Das zukunftsorientierte Ökoservice-Team hat aber nicht nur den heimischen Markt im Blick: Zurzeit gibt es bereits ein Pilotprojekt in Rumänien und seit Oktober letzten Jahres auch eine Anlage in China. »Dort gibt es keine Kanalisationsnetze wie in Deutschland, deshalb ist der Markt hier für effektive dezentrale Anlagen sehr günstig« so Zink.

Breites Leistungsspektrum

Äußerst umweltfreundlich präsentieren sich noch weitere Technologien und Anlagen der Firma Ökoservice. Zu den Produkten »Made in Denkendorf« gehören auch Pumpanlagen, Fett-, Öl- und Benzinabscheider, Regenwasseranlagen sowie Dachkühlungsanlagen, die mit Regenwasser betrieben werden.
Hinzu kommt der Dienstleistungssektor, der immerhin ein Drittel des Umsatzes ausmacht. Neben Beratungsleistungen im Bereich Wassermanagement und der Schulung von Betriebspersonal gehören dazu die Wartung und Betreuung von Kläranlagen im In- und Ausland. Diese Arbeit hat nicht nur einen wirtschaftlichen Aspekt, wie Zink erklärt: »Wir lernen in der Praxis immer sehr viel, zum Beispiel in Sachen Aufkonzentrierung. Deshalb haben wir auch entdeckt, dass Anlagen mit einer höheren Biomassedichte bessere Ergebnisse bringen.«
Bei der Entwicklungsarbeit kooperiert Ökoservice mit anderen Einrichtungen in der BioRegio, zum Beispiel mit dem Institut für Textil- und Verfahrenstechnik, das ebenfalls in Denkendorf angesiedelt ist. Zurzeit werden textile Gewebe als Besiedlungshilfe für Bakterien in der zweiten Klärkammer eingesetzt und getestet. Dadurch sollte sich auch hier die Dichte an Biomasse und damit der Schadstoff-Abbau erhöhen lassen - so die Hoffnung der Entwickler.