03.03.2006 | News

Christiane Nüsslein-Volhard erhält L’Oréal-UNESCO-Sonderpreis

Die UNESCO und L’Oréal haben Prof. Christiane Nüsslein-Volhard am 2. März 2006 mit einem Sonderpreis für ihr außergewöhnliches Engagement um die Förderung von Frauen in der Wissenschaft ausgezeichnet. Fünf weitere Wissenschaftlerinnen aus Australien, Belgien, Mexiko, USA und Tunesien erhielten den L’Oréal-UNESCO-Preis.

Die UNESCO würdigt anlässlich ihres 60. Jahrestages gemeinsam mit L’Oréal die Medizin-Nobelpreisträgerin Prof. Nüsslein-Volhard für ihre Verdienste um die Frauenförderung in der Forschung. Zur Überwindung der Schwierigkeiten vieler Wissenschaftlerinnen bei der Vereinbarkeit von Familie und Forschung hat sie 2003 eine Stiftung gegründet, die hochqualifizierte Frauen mit Kindern fördert. Mit der Auszeichnung ist ein Preisgeld von 100.000 Dollar zugunsten der »Christiane-Nüsslein-Volhard-Stiftung« (www.cnv-stiftung.de) verbunden. Christiane Nüsslein-Volhard ist Direktorin der Abteilung für Genetik am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen.
Fünf weitere Wissenschaftlerinnen wurden mit dem L’Oréal-UNESCO-Preis ausgezeichnet: Die Tunesierin Prof. Habiba Bouhamed Chaabouni erhielt den Preis für ihren Beitrag zur Vorbeugung von Erbkrankheiten, die Australierin Prof. Jennifer Graves für ihre Studie über die Entwicklung der Genome von Säugetieren, und die Belgierin Prof. Christine von Broeckhoven für ihre genetische Analyse der Alzheimer-Krankheit und neurodegenerativer Erkrankungen. Die Mexikanerin Prof. Esther Orozco wurde für ihre Forschungsarbeit über Infektionen durch Amöben ausgezeichnet, die US-Amerikanerin Prof. Pamela Bjorkman für ihre Entdeckung, wie das Immunsystem Angriffsziele erkennt. Die Preisträgerinnen wurden von einer internationalen Jury unter Vorsitz von Medizin-Nobelpreisträger Günter Blobel ausgewählt.
Der L’Oréal-UNESCO-Preis wird seit 1999 vergeben. Er würdigt außergewöhnliche Leistungen von Frauen in den Naturwissenschaften und zeichnet Wissenschaftlerinnen als Vorbilder für den akademischen Nachwuchs aus. Jedes Jahr wird der mit je 100.000 US-Dollar dotierte Preis an fünf Wissenschaftlerinnen aus allen Kontinenten verliehen. Im Rahmen des Wettbewerbs werden außerdem jährlich 15 Stipendien an Nachwuchswissenschaftlerinnen zur Unterstützung ihrer Forschungsvorhaben vergeben; dieses Stipendienprogramm wird derzeit um nationale Stipendien erweitert. Das 1998 gegründete Partnerschaftsprogramm von L’Oréal und UNESCO für Frauen in der Wissenschaft ist beispielhaft für die Kooperation der privaten Wirtschaft mit der internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft.

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