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30.06.2009

Zukunftsfähige Bioenergie – Wohin führt der Weg?

Dr. Andrea Wetzel, AW-BIOTECH-MARKETING

Erneuerbare Energiequellen lieferten in Deutschland im Jahr 2008 rund 238 Mrd. kWh Energie und damit einen Anteil von 9,7% am gesamten deutschen Primärenergieverbrauch. Den Löwenanteil von ca. 70% trug die Biomasse bei. Neben dem Beitrag der Bioenergie zur Sicherung der Energieversorgung und zum Klimaschutz steigt auch ihre Bedeutung als Wirtschaftsfaktor: Der Gesamtumsatz mit erneuerbaren Energien belief sich im Jahr 2008 in Deutschland auf etwa 29 Mrd. Euro und stieg damit gegenüber dem Vorjahr um 12,5%. Bioenergie generierte Umsätze im Wert von 10,67 Mrd. Euro. Die Anzahl der Beschäftigten in der Branche der erneuerbaren Energien stieg um knapp 12% auf 278.000 v.a. im Bereich Photovoltaik. Die Zahl der Arbeitsplätze im Bereich der Energie aus Biomasse ging jedoch leicht zurück auf 95.800. Wie die Ergebnisse der Employ-RES Studie der EU zeigen, sind aber gerade bei einem Wachstum der vergleichsweise kostengünstigen Technologien wie Energie aus Biomasse kurzfristig die stärksten Effekte auf Beschäftigung und Wirtschaftswachstum zu generieren...

Auf der anderen Seite gibt die Bioenergie auch Anlass für heftige und stark polarisierende Debatten wie das Thema Landnutzungskonflikt zeigt.

Welche Schwerpunkte sollen gesetzt werden, um den zukünftigen Herausforderungen des Klimawandels und der Ressourcenverknappung zu begegnen?

Voraussetzung für ein integriertes Leitbild ist, dass die Strategien für Bioenergie grundsätzlich mit den Strategien zur Ernährungssicherheit verknüpft werden. Die weltweit vorhandenen nachhaltigen Potenziale der Bioenergie sollten genutzt werden, solange eine negative Beeinträchtigung der Nachhaltigkeit von Ernährungssicherheit, Natur- und Klimaschutz ausgeschlossen werden kann. Hierbei sind sowohl direkte als auch indirekte Änderungen in der Landnutzung in die Bewertung mit einzubeziehen. Energiepflanzenanbau auf degradierten Flächen kann sogar eine Option sein, diese, zumindest zum Teil, später wieder der Nahrungsproduktion zuführen zu können. Zertifizierungslösungen und bilaterale Vereinbarungen mit internationalen Partnern können zur Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien beitragen.
Die Experten des wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) sind der Auffassung, dass die Nutzung von Bioenergie einen wichtigen Beitrag zu einer globalen Energiewende zur Nachhaltigkeit leisten kann. Der Bioenergie aus Energiepflanzen schreiben sie hierbei die Rolle einer Brückentechnologie bis etwa zur Mitte des Jahrhunderts zu. Dann werden die Zunahme des Nahrungsmittelbedarfs und die stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe - Stichwort weiße Biotechnologie - größere Ressourcenströme beanspruchen. Der Anteil an Bioenergienutzung aus biogenen Rest- und Abfallstoffen wird seine Bedeutung behalten, da er in hohem Maße Nachhaltigkeitskriterien erfüllt.
Hervorgehoben wird von Experten die hohe Attraktivität von Biomethan. Dieses kann über Mikrogasnetze oder, zuvor aufbereitet, über das Erdgasnetz verteilt und dort verstromt werden, wo auch die Wärme- oder Kältenutzung stattfindet. Weiterhin ist im Fall der Aufbereitung von Rohbiogas, bei der eine Trennung von Methan und Kohlendioxid stattfindet, die Einlagerung von Kohlendioxid denkbar.
Biokraftstoffe werden von den Experten der WBGU sowohl aus Klimaschutzsicht als auch hinsichtlich der Effizienz als problematisch eingestuft. Zu bedenken ist hier aber auch, dass zu den strategischen Zielsetzungen für den Einsatz von Bioenergie einerseits der Ersatz von Energieimporten zählt. Andererseits wird dabei aber auch die Förderung der Entwicklung im ländlichen Raum und für Deutschland als Technologie-Exportland besonders wichtig - die Positionierung mit entsprechenden Technologien auf den Energiemärkten der Zukunft erreicht.

Weiterführende Literatur:

Autorin

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Andrea Wetzel, Dr. rer. nat.
Studium der Biologie an den Universitäten Karlsruhe und München (LMU)
Promotion am Helmholtz Zentrum München
Andrea Wetzel arbeitete mehrere Jahre in Pharmaunternehmen in den Bereichen Vertrieb, Schulung und Marketing. Seit 2002 berät sie Unternehmen, Forschungsinstitute und Institutionen der Life Sciences in Fragen des strategischen Marketings und Business Developments. Schwerpunkte sind Bioenergie, Pharmaentwicklung und Regenerative Medizin.

Unternehmen

AW-BIOTECH-Marketing Unternehmensberatung unterstützt Unternehmer und Existenzgründer der Biotechnologie in der in der Vermarktung ihrer Produkte und Dienstleistungen. Auszüge aus dem Leistunsprofile: Beratung bei Markt- und Konkurrenzanalysen, Suche und Bewertung von Marktnischen, Entwicklung und Umsetzung von Marketingstrategien, Aufbau des Marketing-Mix: Produkt, Preisgestaltung, Distribution und Kommunikation.

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