Gesundheitsregion REGiNA

Gesundheitsregion REGiNA

Die Regenerative Medizin birgt ein riesiges Potenzial – sowohl für Patienten als auch für Life-Science-Unternehmen. Erste therapeutische Produkte und Behandlungsmethoden des hochtechnologischen medizinischen Feldes sind bereits in der klinischen Entwicklung oder kommen schon punktuell in der Krankenversorgung zum Einsatz. Und eine große Vielfalt an weiteren Therapien entsteht derzeit in den Labors. Um das Zukunftsfeld Regenerative Medizin voranzubringen, müssen innovative Forschungsansätze bestmöglich gefördert und therapeutische Ansätze bei ihrem Schritt in die klinische Anwendung unterstützt werden. Zu diesem Zweck entsteht in der Region zwischen Stuttgart, Tübingen und Neckar-Alb ein Anwenderzentrum für Regenerative Medizin: die Gesundheitsregion REGiNA.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt bringt Forscher, Ärzte, Unternehmer und die unterschiedlichen Akteure der Gesundheitswirtschaft zusammen, um regenerative Therapien zu erforschen, neue Entwicklungen voranzutreiben und Produkte und Behandlungsmethoden der Regenerativen Medizin flächendeckend zu etablieren. Dabei werden unter Einbindung zweier großer gesetzlicher Krankenkassen auch gesundheitsökonomische Aspekte analysiert – so soll systematisch auf eine künftige Erstattungsfähigkeit der Regenerativen Medizin durch die Kostenträger hingearbeitet werden. Ärzte, Patienten und anderweitig Interessierte können sich über ein Internetportal und eine Telefonhotline über das Projekt und die momentanen Möglichkeiten und Grenzen der Regenerativen Medizin informieren. So sorgt REGiNA für öffentliche Aufklärung und Transparenz.

REGiNA »Gesundheitsregion der Zukunft«

Hautersatz aus dem Labor, Stammzellen für die Regeneration geschädigter Gewebe, gentherapeutische Verfahren, die gezielt die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren – diese Zukunftsvisionen sind teilweise bereits Wirklichkeit. So sind beispielsweise erste Unternehmen auf dem Markt, die aus körpereigenen Zellen des Patienten Knorpelgewebe für die Reparatur von Bandscheibe oder Meniskus züchten. Dies ist jedoch erst der Anfang: Experten gehen davon aus, dass die Regenerative Medizin den medizinischen Fortschritt in den kommenden 10 bis 15 Jahren entscheidend mitprägen wird. Das eröffnet neue Chancen für Patienten, Ärzte – und für Forschungs- und Produktionsstätten in Unternehmen.

In der BioRegion STERN ist das Potenzial für die Entwicklung neuer therapeutischer Produkte und Verfahren in diesem Bereich besonders groß. Die Region verfügt über herausragende Forschungszentren, die zur Weiterentwicklung der Regenerativen Medizin beitragen, darunter

  • das Zentrum für Regenerationsbiologie und Regenerative Medizin (ZRM)
  • Universitätsklinikum Tübingen
  • das Naturwissenschaftliche und Medizinische Institut (NMI) an der Universität Tübingen,
  • das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB) in Stuttgart
  • das Institut für Textil- und Verfahrenstechnik (ITV) in Denkendorf.
  • Zahlreiche Biotech- und Medizintechnikunternehmen der Region sind in das Forschungsnetzwerk eingebunden.

Bereits in den 1990er Jahren haben hier Wissenschaftler durch Forschung auf Spitzenniveau entscheidende Grundlagen in der Regenerationsbiologie gelegt. Die erfolgreiche Teilnahme an vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgelobten Wettbewerben wie BioProfile und BioChancePlus ermöglichte es der BioRegio STERN Management GmbH, diesen Forschungsschwerpunkt mit über 30 Millionen Euro Fördermitteln weiterzuentwickeln.

Die bisherigen Forschungsarbeiten haben zahlreiche hoch interessante Ergebnisse hervorgebracht. Für die BioRegio STERN war es der nächste logische Schritt, diese Ergebnisse auf ihrem Weg in die Anwendung am Patienten zu unterstützen. Gemeinsam mit 30 Projektpartnern engagierten wir uns bei dem BMBF-Wettbewerb „Gesundheitsregionen der Zukunft“. Mit diesem Förderprogramm sollen – aufbauend auf vorhandenen Stärken – Zukunftstechnologien und Versorgungskonzepte der Gesundheitswirtschaft pilotartig in Regionen entwickelt werden. Das Konzept, in der Region ein Anwenderzentrum für Regenerative Medizin zu etablieren, überzeugte: Die Gesundheitsregion „REGiNA“ (REGenerative Medizin in Neckar-Alb und Stuttgart) wurde in der ersten Runde als einer von zwei Gewinnern aus ursprünglich 86 Bewerbern prämiert. Das BMBF fördert das Projekt nun bis 2013 mit insgesamt bis zu 7,5 Millionen Euro, die Projektpartner steuern noch mal den gleichen Betrag bei.

In 16 Verbundprojekten entwickeln Forschungseinrichtungen gemeinsam mit Unternehmen neue Produkte und Verfahren für vier Indikationsgebiete der Regenerativen Medizin: Muskel- und Skelettsystem, Haut- und Wundsystem, Herz-, Kreislauf- und Atemwegssystem sowie Urogenitalsystem. Das Spektrum reicht von neuen Verfahren zur Züchtung von Knorpelgewebe, Haut oder Gefäßen bis hin zu Produkten für die Nervenregeneration. Ein weiteres Projekt befasst sich mit gesundheitsökonomischen Fragestellungen der Regenerationsmedizin. Neben klinisch-forschenden Teilgebieten dient der Aufbau eines Ärzte-Patienten-Informationssystem (ÄPIS) als nachhaltige Maßnahme zur Integration der Regenerativen Medizin in die Patientenversorgung. Das ÄPIS besteht aus einem Internetportal und einer Telefonhotline, ergänzt durch Seminare, Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen. Die Organisation der Gesundheitsregion obliegt der BioRegio STERN Management GmbH.

Ihr Ansprechpartner

Manfred Kauer, Dr. rer. physiol.
E kauer [at] bioregio-stern [dot] de
T +49-711-870354-26


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