Fasilis
Fasilis
Wer wettbewerbsfähig sein will, muss international agieren. Gerade kleinen und mittleren Unternehmen – und damit auch vielen Unternehmen aus der Biotech-Branche – fehlt es jedoch häufig an internationalen Kontakten. Um die regional ansässigen Unternehmen aus den Life-Sciences beim Knüpfen transnationaler Kontakte zu unterstützen, hat die BioRegio STERN mit fünf Partnerregionen das EU-geförderte INTERREG-Projekt FASILIS („Facility Sharing in Life Sciences”) initiiert. Im Rahmen dieses Programms wurden Pilotprojekte zur Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus den Partnerregionen in Belgien, Dänemark, Großbritannien und den Niederlanden mit Gutscheinen im Wert von je 6.000 € finanziert. Mit einem solchen Gutschein konnten die Unternehmen dann eine Dienstleistung einer Einrichtung im EU-Ausland in Anspruch nehmen.
FASILIS ist mittlerweile erfolgreich abgeschlossen: Zahlreiche Kooperationen zwischen den Partnerregionen sind zustande gekommen. Viele der Pilotprojekte haben auch Folgeprojekte angestoßen und Pläne für eine längerfristige Zusammenarbeit hervorgebracht. Unternehmen aus der Region, die nicht involviert waren, sind herzlich eingeladen, die entstandenen Netzwerke und Kontakte ebenfalls zu nutzen. Wir beraten Sie gerne bei der Suche nach hoch spezialisierten Dienstleistungen und vermitteln die entsprechenden Kontakte mit Einrichtungen aus den Partnerregionen. Bitte beachten Sie: Das INTERREG-Projekt FASILIS ist abgeschlossen. Ein Folgeprojekt ist derzeit in Planung.
Transnationale Kooperationsbörse FASILIS
Internationale Kooperationen und Handelsbeziehungen bergen große Chancen – viele junge Biotech-Unternehmen verfügen jedoch über einen geringen Internationalisierungsgrad. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Die Branche ist jung, die Gründer verfügen häufig über vergleichsweise geringe Kenntnisse der Auslandsmärkte. Außerdem stehen sprachliche und kulturelle Barrieren der Internationalisierung im Wege. Kurz: Es gibt in der Branche eine gewisse Scheu, Märkte im Ausland zu erschließen.
Die Umfrage „Biotechnologie und Internationalisierung“ der Universität Oldenburg aus dem Jahr 2007 bestätigt dies. Zwar sieht der Autor der Studie, Jan Kranich, starke internationale Verflechtungen der Biotech-Branche, dennoch werde aus den Ergebnissen „die hohe Bedeutung des Heimatmarktes in allen betrieblichen Funktionsbereichen deutlich.“ Für rund 80 Prozent der befragten Unternehmen war Deutschland der wichtigste Absatzmarkt. Biotech-Unternehmen verhalten sich da nicht anders als der Durchschnitt der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die laut der 2010 erstellten EU-Studie „Internationalisation of European SMEs“ nur zu 25 Prozent im Exportgeschäft tätig sind.
Um internationale Aktivitäten der lokal ansässigen Unternehmen aus dem Life Sciences-Bereich zu stimulieren, hat die BioRegio STERN gemeinsam mit fünf weiteren Biotech-Regionen der Europäischen Union das INTERREG-Projekt FASILIS initiiert. Unternehmen aus allen sechs beteiligten Partnerregionen erhielten im Rahmen dieses Projekts einen Gutschein im Gegenwert von 6.000 €, den sie für die Dienstleistung in einer der Partnerregionen einlösen konnten.
Der Hintergrund: Wenn Projekte, spezifische Dienstleistungen oder Aufträge nicht regional durchgeführt werden können, weil die benötigten, oft hoch spezialisierten Einrichtungen nicht zur Verfügung stehen, wirkt sich das innovationshemmend auf die Unternehmen aus. Eine Lösung liegt in der Verknüpfung mit den Biotech-Clustern anderer Regionen. Dadurch sollen die Forschungsinfrastrukturen der Regionen international zur Verfügung gestellt werden, damit alle Regionen davon profitieren können.
Das FASILIS-Projekt war mit 30 Gutscheinen ein voller Erfolg. 10 Unternehmen aus der STERN-Region haben Gutscheine erhalten und Kooperationsprojekte mit Einrichtungen aus den Partnerregionen gestartet. Die thematische Bandbreite war groß, wie zwei Beispiele zeigen: Die auf Kosmetikprodukte spezialisierte Epikurion GmbH & Co.KG etwa hat ein Projekt mit dem niederländische Unternehmen Encapson aufgenommen, in dem neue Methoden zur Verkapselung natürlicher Öle mit biokompatiblen Polymeren entwickelt werden. Das pharmazeutische Dienstleistungsunternehmen Synovo GmbH arbeitet gemeinsam mit der südenglischen University of Portsmouth an Testmethoden für neue Wirkstoffkandidaten.
Den Unternehmen der Lebenswissenschaften der BioRegion STERN kann die Internationalisierung zahlreiche Vorteile bringen. Sie sollen von den neuen Kontakten profitieren, Geschäftsbeziehungen knüpfen und ihre Innovationsfähigkeit erhöhen. Ein Ziel ist, dass Unternehmen schnell und kompetent Unterstützung aus der Forschung erhalten um damit neue Produkte und Dienstleistungen schneller auf den Markt zu bringen. Ferner sollen die regionalen Infrastrukturen besser ausgelastet werden. Eine vorläufige Auswertung der Projektergebnisse zeigt, dass Forschungseinrichtungen der BioRegio STERN auch über die Grenzen hinaus hoch attraktiv sind: 20 ausländische Unternehmen lösten ihre Gutscheine bei regionalen Einrichtungen ein, beispielsweise beim Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung in Stuttgart oder bei der Hölle & Hüttner AG aus Tübingen, die maßgeschneiderte IT-Lösungen speziell für die Life Sciences anbietet.
Mit Hilfe der im Rahmen von FASILIS geförderten Pilotprojekte sollte gezeigt werden, wie Innovationen über Ländergrenzen hinweg besser organisiert und kommuniziert werden können. Aus den Pilotprojekten sollten sich im Idealfall langfristige Kontakte entwickeln. In vielen Fällen ist dieses Ziel bereits erreicht worden: Zahlreiche Teilnehmer haben Folgeprojekte geplant und konnten neue Geschäftskontakte knüpfen. Auch Unternehmen, die nicht direkt am Projekt beteiligt waren, können von den bestehenden Kontakten zu den Partnerregionen profitieren. Und der Erfolg von FASILIS hat die sechs europäischen Partnerregionen in ihrem Bestreben nach einer besseren transnationalen Verknüpfung bestätigt – ein Folgeprojekt für das Jahr 2012 ist bereits in Planung.
Die Partnerregionen des INTERREG-Projekts Fasilis:
- Oxford South in Großbritannien
- Medicon Valley Øresund Region in Dänemark
- BioLiege Wallonië in Belgien
- Noord - Brabant LifetecZONe in den Niederlanden
- Health Valley Eastern Netherlands in den Niederlanden
- BioRegion STERN in Deutschland
Ihr Ansprechpartner
Manfred Kauer, Dr. rer. physiol.
E kauer [at] bioregio-stern [dot] de
T +49-711-870354-26
Downloads
Einen umfangreichen Überlick über die erfolgreiche Praxisbeispiele aus dem FASILIS-Netzwerk.
Europaweit:
oder in der BioRegion STERN: