Rektorwahl: Senat und Unirat wählen Prof. Dr. Stephan Dabbert für zweite Amtszeit

16.05.2017 Rektorwahl: Senat und Unirat wählen Prof. Dr. Stephan Dabbert für zweite Amtszeit

Mit überragender Mehrheit bestätigt: Beliebtester Rektor Baden-Württembergs soll Universität Hohenheim ab 2018 für weitere sechs Jahre leiten

Insgesamt hatten sich fünf Personen auf die öffentliche Stellenausschreibung beworben, davon vier externe Kandidaten. Nach ausgiebiger Sichtung nominierte die Findungskommission von Senat und Universitätsrat Amtsinhaber Prof. Dr. Stephan Dabbert als mit Abstand erfolgsversprechenden Bewerber. Auch aus den Gremien selbst gab es keine weiteren Nominierungen. Bereits in der öffentlichen Stellenausschreibung in überregionalen Blättern hatte die Universität Hohenheim in Stuttgart darauf hingewiesen, dass sich der amtierende Rektor für eine zweite Amtszeit bewerben werde. Das Wahlergebnis in Senat und Universitätsrat in öffentlicher Sitzung am 15.5.2017 betrug 23 Ja-Stimmen- bei einer Nein-Stimme von insgesamt 24 Stimmen im Senat sowie 10 Ja- bei 0 Nein-Stimmen von insgesamt 10 Stimmen im Universitätsrat. Die Gremienmitglieder und anwesende Öffentlichkeit feierten den Wahlausgang mit langanhaltendem Applaus. Die zweite Amtszeit beginnt am 1.4.2018, ihre Dauer beträgt 6 Jahre.

„Vor einem halben Jahr haben wir uns auf die Suche nach einer besonderen Führungspersönlichkeit für unsere Universität mit ihrem einzigartigen Profil gemacht. Dabei haben wir einen sehr hohen Maßstab angelegt. In Betracht kam für uns ausschließlich eine gestaltungsfreudige und hochschulpolitisch erfahrene Führungspersönlichkeit. Eine Persönlichkeit, die der Aufgabe, das Profil unserer Universität weiter zu schärfen und sie erfolgreich in die Zukunft zu führen, gewachsen sein würde.“

Mit diesen Worten umriss die Vorsitzende des Universitätsrates, Marion Johannsen, den Anspruch der gemeinsamen Findungskommission von Senat und Universitätsrat. Kraft Amtes hatte die Universitätsratsvorsitzende sowohl den Vorsitz der Findungskommission inne, als auch die Aufgabe, die gemeinsame Wahlsitzung zu leiten.

Zur Findungskommission gehörten außerdem drei Mitglieder des Senates und zwei weitere Mitglieder des Universitätsrates. Die Gleichstellungsbeauftragte und eine Vertreterin des Wissenschaftsministeriums gehörten der Findungskommission in beratender Funktion an.

Findungskommission nominierte ausschließlich Amtsinhaber

Laut der Kommissionsvorsitzenden Johannsen habe die Sichtung der Bewerbungsunterlagen ein sehr eindeutiges Bild ergeben. So haben die vier externen Bewerber die Ansprüche der Findungskommission nicht erfüllt: aufgrund der eingereichten Bewerbungsunterlagen sei nicht zu erwarten gewesen, dass sie das Amt des Rektors der UHOH angemessen ausfüllen könnten.

Nach einem ausführlichen Auswahlgespräch mit einem Impulsvortrag und anschließender intensiver Befragung von Prof. Dr. Dabbert habe die Findungskommission daher einstimmig beschlossen, den amtierenden Rektor als einzigen Kandidaten vorzuschlagen. Um maximale Transparenz zu schaffen, habe die Findungskommission allen Mitgliedern beider Gremien die vollständigen Unterlagen aller Bewerber drei Wochen vor der Wahl zur Sichtung überlassen.

Im Folgenden schlossen sich auch Senat und Universitätsrat der Einschätzung der Findungskommission an und verzichteten auf ihr Recht, zusätzliche Kandidaten vorzuschlagen. Das Wahlergebnis im Detail betrug: • Senat: 23 Ja-Stimmen, 1 Nein-Stimme, 0 Enthaltungen • Universitätsrat: 10 Ja-Stimmen, 0 Nein-Stimmen, 0 Enthaltungen

Die vorgesehene Amtszeit des Wahlsiegers beginnt am 1.4.2018 und umfasst 6 Jahre.

Herausforderungen und Ziele für zweite Amtszeit

Als Ziele für eine zweite Amtszeit nannte Prof. Dr. Dabbert unter anderem den Anspruch, die Universität Hohenheim als führenden Player in der Bioökonomie zu positionieren und die Zahl der Drittmittel und renommierten Forschungsverbünde weiter zu steigern. „Wir haben die Voraussetzungen, dieses Ziel zu erreichen und wir haben bereits eine ganze Reihe von Anstrengungen in diese Richtung unternommen“, unterstrich Prof. Dr. Dabbert. Dazu gehöre zum Beispiel auch der Antrag der Universität für einen Exzellenzcluster in der Exzellenzstrategie. „Speziell auf diesem Feld ist allerdings auch die Konkurrenz sehr sehr groß, so dass hier auch ein sehr guter Antrag keine Erfolgsgarantie ist.

Zu den weiteren Zielen zählte Prof. Dr. Dabbert auch strategische Kooperationen und gemeinsame Berufungen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen und die Akkreditierung aller Studiengänge, beziehungsweise die Systemakkreditierung.

Außerdem skizzierte Prof. Dr. Dabbert eine Reihe von Herausforderungen, denen sich die Universität in naher Zukunft zu stellen habe. Dazu gehöre die Verstetigung des forschungsbasierten Lernens, das bislang über Fördergelder des Bundes finanziert werde und eine besonders große Bedeutung für die Universität habe.

Weitere Herausforderungen seien die Entwicklung der Studierendenzahlen nach 2020 und die Frage, ob die Universität immer die richtigen Studiengänge anbiete. Nicht minder wichtig sei der große Sanierungsstau bei Bauangelegenheiten und die generelle Ressourcenausstattung der Universitäten.

Gleichzeitig müsse sich die Universität weiterentwickeln: „Angesichts der Änderungen in Wissenschaft und Gesellschaft müssen wir uns fragen, ob die Universität Hohenheim immer noch optimal aufgestellt ist, oder ob es neue wissenschaftliche Themen gibt, die wir aufgreifen sollten“, sagte Prof. Dr. Dabbert.

Glückwünsche an einen Ausnahme-Rektor

In ihren Glückwünschen umschrieb Sitzungsleiterin Johannsen den frischgewählten Amtsinhabers als einen Ausnahme-Rektor: „2016 sind Sie zum Rektor des Jahres gewählt worden. Wir kennen und schätzen Sie als Glücksfall für die Universität Hohenheim sowie für die Wissenschaftspolitik im Land und darüber hinaus!“

Auch für die Zukunft der Universität Hohenheim sei deshalb nur eine Persönlichkeit mit Weitsicht, Visionen, Empathie und mit der Fähigkeit der Integration aller in der Universität wirkenden Kräfte in Frage gekommen.

Diese Persönlichkeit haben wir in Ihnen gefunden. Die Universität Hohenheim und wir alle, meine Damen und Herren, können uns glücklich schätzen, dass Sie, lieber Herr Dabbert, das Schiff weiter hochkompetent auf Kurs halten und in eine erfolgreiche Zukunft steuern werden.

Quelle: Universität Hohenheim

HINTERGRUND: zur Person Prof. Dr. Dabbert

Prof. Dr. Stephan Dabbert leitet seit 1994 den Lehrstuhl für Produktionstheorie und Ressourcenökonomik im Agrarbereich. Seit 1.4.2012 führt der 59-jährige Agrarökonom die Universität Hohenheim als Rektor. Im bundesweiten Ranking des deutschen Hochschulverbandes (DHV) wurde der Universitätsleiter aktuell zum dritten Mal in Folge zum beliebtesten Rektor des Landes gewählt. Das Jahr 2016 hatte ihm sogar den bundesweiten Titel als Rektor des Jahres eingebracht.

Nach seinem Abitur in Braunschweig und einer Ausbildung zum Landwirt begann Prof. Dabbert 1981 das Studium der Agrarwissenschaften und Agrarökonomie an der Universität Kiel. Im Jahr 1986 schloss er es mit einem „Master of Science in Agricultural Economics“ an der Pennsylvania State University ab.

Promotion (1990) und Habilitation (1993) erfolgten an der Universität Hohenheim. Von 1992 bis 1994 leitete er das Institut für Sozioökonomie am Zentrum für Agrarlands- und Landnutzungsforschung in Müncheberg. 1994 folgte er dem Ruf auf die Professur „Produktionstheorie und Ressourcenökonomik im Agrarbereich“ an der Universität Hohenheim. Hier war er von 2000 bis 2006 Dekan der agrarwissenschaftlichen Fakultät.

Professor Dabbert war Fulbright Stipendiat, Mitherausgeber agrarwissenschaftlicher Zeitschriften wie der Zeitschrift „Agrarwirtschaft – German Journal of Agricultural Ecnomics“ und Mitglied zahlreicher hochrangiger Gremien, so u.a. des Nachhaltigkeitsbeirats Baden-Württemberg (2008-2012), einer DFG Senatskommission (2003-2011) und im Beirat „Agrarpolitik“ des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (2003-2012).

Zu seinen wissenschaftlichen Schwerpunkten gehören Ökonomik und Politik des Ökologischen Landbaus, betriebswirtschaftliche und agrarpolitische Bewertung umweltfreundlicher Landnutzungsverfahren, agrarökonomische Sektormodellierung im Rahmen interdisziplinärer Landschaftsmodellierungen und Ressourcenökonomik.

HINTERGRUND: Das Wahlverfahren

Das Wahlverfahren ist geregelt in §18 des Landeshochschulgesetzes (LHG) und der Grundordnung der Universität Hohenheim. Die Sitzungsleitung der gemeinsamen Sitzung von Senat und Universitätsrat liegt kraft Amtes bei der Vorsitzenden des Universitätsrates, Marion Johannsen.

Ebenfalls kraft Amtes hat die Universitätsratsvorsitzende auch den Vorsitz der gemeinsamen Findungskommission, deren Aufgabe es ist, bis zu drei Kandidatinnen und Kandidaten als Wahlvorschlag zu präsentieren, die vor dem Wahlvorgang durch das Wissenschaftsministerium bestätigt werden. Zur Findungskommission gehören außerdem drei Mitglieder des Senates, zwei weitere Mitglieder des Universitätsrates sowie die Gleichstellungsbeauftragte und eine Vertreterin des Wissenschaftsministeriums (die beiden letzteren in beratender Funktion).

Der Ablauf der öffentlichen Sitzung umfasst eine Einführung der Universitätsratsvorsitzenden und die öffentliche Eigenpräsentation der vorgeschlagenen Kandidaten mit anschließender geheimer Abstimmung. Als gewählt gilt, wer die Mehrheit der Mitglieder jeweils beider Wahlgremien auf sich vereinigen kann.

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