Atriva erhält Seedfinanzierung für die Entwicklung eines neuartigen Grippetherapeutikums

14.02.2017 Atriva erhält Seedfinanzierung für die Entwicklung eines neuartigen Grippetherapeutikums

Neue Wege zur Therapie schwerer viraler Atemwegserkrankungen mit MEK Inhibitoren (Inhibitor des MAP-Kinase Signalwegs) als hochwirksame und gut verträgliche Virustherapeutika: Atriva Therapeutics GmbH wirbt eine Seed Finanzierung bei niederländischen und deutschen Privatinvestoren, angeführt durch die Stichting Participatie Atriva, sowie dem High-Tech Gründerfonds (HTGF) ein, um seine MEK Inhibitoren gegen die Virusgrippe bis zur Klinik zu entwickeln.

Die MEK Inhibitoren von Atriva ermöglichen die Entwicklung der ersten sicheren und wirksamen Behandlungsmethode gegen Influenza, die auf zelluläre Faktoren und nicht auf das Virus selbst abzielt. Die Vermehrung der Influenzaviren hängt von einem spezifischen Signalweg der Körperzelle ab. Die wissenschaftlichen Gründer des Tübinger Startups Atriva zeigten in präklinischen Studien, dass dieser Signalweg durch MEK-Inhibitoren effektiv blockiert und dadurch die Virusvermehrung sicher gehemmt wird. Das Medikament wirkt damit länger als bisher verfügbare und es treten keine Resistenzen auf.

Atriva konzentriert sich auf die Verwendung klinisch erprobter Wirkstoffe aus anderen Indikationen. Das Leadprojekt „Influenza bei Risikopatienten“ zielt insbesondere auf die gravierenden Komplikationen der Grippe durch bakterielle Ko-Infektionen (z.B. durch MRSA) bei Risikopatienten. Die Pipelineprojekte sollen schwere virale Atemwegserkrankungen wie RSV oder MERS (Coronavirus)-Erkrankungen bekämpfen.

Das Hauptprojekt ATR-002 gegen die Virusgrippe bei Risikopatienten durchläuft einen straffen zeitoptimierten Entwicklungsplan bis zum klinischen Wirknachweis (PoC). Nachdem im Frühjahr 2018 die ersten Probanden behandelt werden sollen, wird das Ergebnis einer Phase 2 Dosisfindungsstudie schon im ersten Halbjahr 2020 erwartet.

Dr. Rainer Lichtenberger, Mitgründer und Geschäftsführer der Atriva, bemerkt: „Wir sind hocherfreut, eine Gruppe branchenerfahrener Privatinvestoren aus den Niederlanden und Deutschland gefunden zu haben, welche zusammen mit dem HTGF und den Gründern in unsere weiteren Entwicklungsaktivitäten investieren. Die jetzt eingeworbenen Mittel ermöglichen es, unsere Wirkstoffe bis zur Auswahl des klinischen Kandidaten im zweiten Halbjahr 2017 voranzutreiben. Dies unterstreicht die innovative Stoßrichtung unserer Forschungsplattform, um überlegene Therapeutika gegen die Virusgrippe und gegen gefährliche Erkrankungen der Atemwege, wie z.B. Lungenentzündungen nach einer bakteriellen Ko-Infektion zur Verfügung zu stellen“.

Das äußerst große Potential für eine wirksame Behandlung der akuten Virusgrippe in Risikopatienten mit Grunderkrankungen des Herz-Kreislaufsystems oder der Lunge wird allein in USA, EU und Japan auf über 12 Mio. Patienten im Jahr geschätzt. Neuraminidaseinhibitoren als bisher allein verfügbare Grippetherapeutika sind für diese große Patientengruppe nicht zugelassen, aus Mangel an nachgewiesener Wirksamkeit. Vor diesem Hintergrund wird das globale Marktpotential für die neuen MEK–Inhibitoren auf über 2.8 Mrd. EUR im Jahre 2020 geschätzt, ohne Sondereffekte wie Vorratskäufe bei Auftreten von Pandemien zu berücksichtigen.

Paul Lelieveld, Direktor bei der Stichting Participatie Atriva ergänzt: „Die erstklassige Wissenschaft in Kombination mit der ausgewiesenen unternehmerischen Entwicklungserfahrung der Gründermannschaft überzeugte die Stiftung und ihre Gesellschafter, dass die Entwicklung neuartiger Virustherapeutika bei der Atriva eine sehr hohe Realisierungswahrscheinlichkeit besitzt. Die Stiftung lädt weitere interessierte Investoren ein, ein Teil dieser möglichen Erfolgsgeschichte zu werden.“

Dr. Frank Hensel, Investment Manager beim HTGF zum Investment: „Die Grundlagenforschung des Atriva-Teams hat einen neuen Mode-of-Action identifiziert, der die Behandlungsmöglichkeiten der saisonalen Grippe verbessern kann. Besonders interessant an dem Behandlungsansatz ist aber die Möglichkeit, das Indikationsgebiet auch auf andere Virusinfektionen wie Zika, Hanta oder RSV auszudehnen. Entwicklungen dieser Art sind besonders bei den sich international rasant ausbreitenden Viruserkrankungen wichtig. Die Atriva hat mit dem Seedinvestment nun die Möglichkeit die Entwicklung des Wirkstoffes voranzutreiben.“

Quelle: http://high-tech-gruenderfonds.de/de/atriva-erhaelt-seedfinanzierung-fuer-die-entwicklung-eines-neuartigen-grippetherapeutikums/

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